Auf den Balearen ist erstmals der sogenannte Klade-I-Stamm der Affenpocken (Mpox) nachgewiesen worden. Wie der öffentliche Gesundheitsdienst der Regionalregierung mitteilte, war diese Virusvariante bislang auf dem Archipel nicht diagnostiziert worden. Klade I galt lange als potenziell schwerwiegender als andere Varianten. Erste Erfahrungen ließen jedoch "keinen gravierenderen Krankheitsverlauf" erkennen, beruhigten die Behörden am Freitag auf Mallorca mit.
In den vergangenen Monaten habe es auf den Inseln eine Häufung von Mpox-Fällen gegeben, von denen ein Teil auf die neu nachgewiesene Klade zurückzuführen sei, erklärte die Regionalregierung. Von einem Ausbruch könne jedoch "nicht die Rede sein". Zudem sei die Gesamtzahl der Infektionen im Jahresvergleich rückläufig. Im Jahr 2025 seien auf den Inseln zwölf Fälle bestätigt worden. Neun dieser Infektionen entfielen auf das letzte Quartal des Jahres. Zum Vergleich: 2024 wurden 16 Fälle registriert, 2023 waren es 15, im Jahr 2022 hingegen noch 216.
Klade I gilt als endemisch in Ländern Zentralafrikas, während Klade II mit meist milderem Verlauf vor allem in Westafrika ist. Die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Elena Esteban, betonte jedoch, frühere Annahmen über eine höhere Gefährlichkeit von Klade I hätten sich nicht bestätigt. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich diese Variante ähnlich verhält wie Klade II", sagte sie und rief zugleich zur Besonnenheit auf.
Zu der jüngsten Fallhäufung erklärte Esteban, eine klare epidemiologische Verbindung lasse sich bislang "nicht herstellen". Es handele sich überwiegend um Männer zwischen 35 und 40 Jahren, die gleichgeschlechtlichen Sex hätten. Zwei der Betroffenen seien vorsorglich im Krankenhaus behandelt worden, jedoch rasch wieder entlassen worden; schwere Verläufe habe es nicht gegeben.
Die Erkrankung beginne in der Regel mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und allgemeinem Unwohlsein, sagte Esteban. Nach ein bis fünf Tagen träten Hautveränderungen auf, zunächst Flecken, später Pusteln oder Krusten. Als genesen gelte, wer sämtliche Krusten vollständig verloren habe. Abschließend unterstrich die Gesundheitsdirektorin die Bedeutung der Impfung für Menschen mit erhöhtem Risiko, um Komplikationen vorzubeugen.