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Anwohner atmen auf: "Haus des Horrors" auf Mallorca nach jahrelanger Besetzung geräumt

In dem verwahrlosten Wohngebäude in Palmas Zentrum gingen Drogenabhängige, Kleinkriminelle und Prostituierte ein und aus.

Jahrelang ein Hort der Unruhe: Das sogenannte "Haus des Horrors" in Palmas Innenstadt | Foto: F.F.

| | Palma, Mallorca |

Mit der Räumung des sogenannten "Haus des Horrors" ("Edificio de los Horrores") in der Carrer de Reyes Católicos ist in Palma de Mallorca ein jahrzehntelanger Brennpunkt von Kriminalität und sozialem Elend vorerst Geschichte. Das seit Jahren illegal besetzte Gebäude wurde nach Angaben aus dem Umfeld der Anwohnerschaft am Montag vollständig geräumt, gereinigt und anschließend mit einer speziellen Sicherheitstür sowie einer Alarmanlage gegen erneute Besetzungen gesichert.

Für die Bewohner der Umgebung bedeutet dies vor allem eines: Erleichterung. "Die Angst und die Unsicherheit in der Straße sind endlich vorbei", zitiert die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" Anwohner, die über Jahre hinweg mit den Zuständen rund um das Gebäude leben mussten. Viele sprechen von einem "spürbaren Gewinn an Lebensqualität", nachdem das Haus lange als Symbol für Verwahrlosung und Kontrollverlust gegolten hatte.

Der unfertige Wohnblock mit der Hausnummer 31 war nach der Insolvenz der ursprünglichen Bauträgerfirma vor vielen Jahren sich selbst überlassen worden. In der Folge entwickelte sich das Gebäude zu einem illegal besetzten Komplex, der immer wieder im Fokus von Polizei und Behörden stand. Zunächst diente es als Treffpunkt für Drogenabhängige, später als Umschlagplatz für Betäubungsmittel und als Rückzugsraum für Diebesbanden.

Im Laufe der Jahre verschärfte sich die Situation weiter. Nach Angaben aus Anwohnerkreisen hielten sich zeitweise auch aus Betreuungseinrichtungen geflüchtete Minderjährige in dem Gebäude auf, einige von ihnen sollen dort der Prostitution nachgegangen sein. Hinzu kamen Vorfälle wie mehrere Brände, ein tödlicher Sturz eines jungen Mannes im Jahr 2019 sowie zuletzt ein versuchtes Tötungsdelikt.

All diese Ereignisse trugen dazu bei, dass das "Haus des Horrors" über die Stadtgrenzen hinaus als Inbegriff eines sozialen und sicherheitspolitischen Problemfalls galt. Für die Menschen in der Nachbarschaft bedeutete dies über Jahre hinweg eine permanente Belastung. Sie klagten über Kriminalität, Drogenhandel, Lärm und ein "Gefühl ständiger Gefahr".

Mit der nun erfolgten Räumung und der baulichen Sicherung des Hauses verbinden viele die Hoffnung, dass im Viertel wieder die Normalität einkehrt. "Der Albtraum ist endlich vorbei", heißt es aus der Nachbarschaft. Ob das Gebäude künftig einer neuen Nutzung zugeführt wird, ist bislang offen. Die Stadtverwaltung hat sich zu der Räumung bislang nicht geäußert.

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