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Deutsche auf Mallorca

Schmuggel-Verdacht auf Mallorca: Neuigkeiten im Fall der deutschen "Plünder-Oma"

Nach der spektakulären Sicherstellung zahlreicher archäologischer Artefakte 2024 hat das Museu de Mallorca jetzt mit der Auswertung der Funde begonnen

Eines der historischen Schwerter, das bei der deutschen Residentin gefunden wurde

| Palma, Mallorca |

Im Fall der sogenannten "Plünder-Oma" von Mallorca gibt es neue Entwicklungen: Nach der spektakulären Sicherstellung zahlreicher archäologischer Artefakte hat das Museu de Mallorca jetzt mit der Auswertung der Funde begonnen.

Die Objekte waren im Oktober 2024 bei einer Deutschen, die als Residentin auf der Insel lebt, beschlagnahmt worden. Sie soll versucht haben, die Stücke illegal nach Deutschland zu bringen, um sie dort zu Geld zu machen.

Nach Abschluss der richterlichen Sicherstellung befinden sich inzwischen mehr als 1500 archäologische Objekte in der Obhut des Museums. Darunter sind Hunderte Münzen aus unterschiedlichsten Epochen – von der griechischen Antike bis ins Mittelalter –, außerdem Amphoren, Keramiken, römische Skulpturen, Unguentarien und mehrere prähistorische Schwerter.

Herkunft der Artefakte noch unklar

Der Erhaltungszustand vieler Stücke ist laut Museum eher schlecht, ihr historischer Wert jedoch enorm. Für besonderes Aufsehen sorgte eine Münze aus der Zeit Alexanders des Großen. Noch ist allerdings unklar, ob die Artefakte tatsächlich von der Insel stammen oder ob es sich zumindest teilweise um eine über Jahre aufgebaute Sammlung handelt, die anderswo erworben wurde. Genau das soll nun durch Experten des Museums untersucht werden.

Polizei, Politiker und Historiker begutachten eine der gefundenen Amphoren.

Davon hängt letztlich auch ab, welches Strafmaß auf die Beschuldigten zukommt. Inzwischen ermitteln die Behörden gegen drei Deutsche. Neben einem möglichen Vergehen gegen das historische Erbe steht auch der Vorwurf des Schmuggels im Raum.

Das Museu de Mallorca jedenfalls plant, besonders bedeutende Stücke der Sammlung später öffentlich auszustellen. Schon jetzt gilt der Fall der "Plünder-Oma" als eine der größten Rückgewinnungen geplünderten Kulturguts, die es auf der Insel je gegeben hat.

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