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Playa de Palma

Sturm-Schock auf Mallorca: Ballermann-Promenade wegen fehlender Playa-Mauer komplett von Sand bedeckt

Der Sand vom Strand liegt plötzlich überall – auf dem Gehweg, in Grünanlagen und sogar auf der Straße sowie vor Geschäften und Wohnungen

So sah es an der Playa de Palma am Donnerstag aus | Foto: Fernando Fernández

| | Playa de Palma, Mallorca |

Starker Wind, überall Sand und ratlose Urlauber und Anwohner auf Mallorca: An der Playa de Palma, bekanntlich der Lieblingsstrand der Deutschen, sorgt ein heftiges Wintersturm-Intermezzo derzeit für Aufsehen. Tiefdruckgebiete mit klangvollen Namen wie Kristin und Jose oder seit zwei Tagen Leonardo haben so stark über die Insel gefegt, dass die Ballermann-Promenade stellenweise kaum wiederzuerkennen ist. Der Grund: Der Sand vom Strand liegt plötzlich überall – auf dem Gehweg, in Grünanlagen und sogar auf der Straße sowie vor Geschäften und Wohnungen.

Besonders brisant: Mit ein Grund dafür ist die fehlende Schutzmauer. Wo früher ein niedriger Wall Strand und Promenade trennte, ist heute freie Bahn für den Sand. Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca hatte das beliebte Mäuerchen, oft Treffpunkt für Trinktreffs deutscher Bier-Touristen, vergangenes Jahr im Rahmen der Umbauarbeiten an der Playa entfernen lassen. Ein Nachfolgemodell steht bisher nur an einzelnen Stellen der fast fünf Kilometer langen Playa.

Wind hatte leichtes Spiel

Und so hatte der Wind, der derzeit über die Insel fegt, leichtes Spiel und blies riesige Mengen direkt vom Strand ins Herz der Feiermeile, an der sich unter anderem Party-Hotspots wie der Ballermann 6, der Megapark oder Bierkönig befinden.

"So etwas haben wir seit vielen Jahren nicht erlebt", sagte ein Anwohner aus dem Playa-Viertel Las Maravillas fassungslos einem Reporter der spanischsprachigen MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora". Seine Frage: "Wo soll all dieser Sand am Ende hin?" Aber nicht nur Spaziergänger kämpfen sich derzeit durch die Körnermassen, auch Geschäftsleute schlagen Alarm. Zwar sei der Sand vor ihren Läden weniger dicht als direkt an der Promenade, doch bei starkem Wind sei er extrem lästig gewesen, weil er teilweise in die Verkaufsflächen geweht sei.

Problem schon seit dem Sommer bekannt

Bereits im Sommer war es immer wieder vorgekommen, dass bei Windstößen Sand vom Strand auf die Promenade gelangte. Das Problem ist also nicht neu, zeigt sich in diesen Tagen wegen der heftigen Stürme aber besonders deutlich: Das Problem dabei ist aber nicht nur, dass Promenade und Straße versanden, sondern auch, dass der Strand immer mehr Sand verliert, während das Meer vor Mallorca durch starken Wellengang weiter vorrückt.

Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca hat versprochen, im Rahmen der Umgestaltung der Playa de Palma eine neue Mauer zu errichten. Vermutlich wird das aber erst im kommenden Jahr der Fall sein. Und bis dahin macht zumindest "El Arenal", das südliche Ende der Playa de Palma, seinem Namen alle Ehre. Das heißt auf Deutsch nämlich so viel wie "sandiges Gebiet".

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