Auf Mallorca trübt sich für eine zunehmende Zahl junger Menschen die Zukunft messbar ein. Das geht aus dem Jahresbericht Anuario de la Juventud de las Islas Baleares 2025 hervor, der am Montag in Palma vorgestellt wurde. Gleichzeitig sprechen die Autoren von einer widersprüchlichen Entwicklung: Während viele junge Balearen auswandern, ziehen gleichzeitig Gleichaltrige aus dem Ausland auf die Inseln.
Rund 197.500 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren leben demnach auf den vier bewohnten Inseln. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nimmt wieder zu, nachdem es zuvor Jahre der Stagnation gegeben hatte. Zugleich ist die Mobilität hoch: 28 Prozent der 15- bis 34-Jährigen leben außerhalb der Balearen, sind dort aber weiterhin gemeldet. Seit 2009 hat sich die Zahl der fortgezogenen jungen Menschen nahezu verdreifacht. Parallel dazu sind etwa 30 Prozent der 15- bis 29-Jährigen im Ausland geboren – ein Hinweis auf die starke internationale Prägung der Inseln.
Erheblichen Anteil an dieser Entwicklung hat dem Bericht zufolge die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Nur 15,3 Prozent der 16- bis 29-Jährigen wohnen außerhalb des Elternhauses. Selbst bei den 25- bis 29-Jährigen lebt lediglich rund ein Drittel in einer eigenen Wohnung. Besonders niedrig ist die Quote unter den auf den Balearen Geborenen.
Als Hauptursachen nennt das Jahrbuch niedrige Löhne, unsichere Beschäftigung und stark gestiegene Mieten. Diese machten "Selbständigkeit zu einem Privileg", zitiert die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" aus dem Jahrbuch. Die Miete verschlinge im Durchschnitt 59 Prozent des Einkommens eines jungen Haushalts; rechnerisch könne sich ein Arbeitnehmer unter 30 Jahren auf dem freien Markt lediglich eine 18-Quadratmeter-Wohnung leisten. Der Erwerb von Eigentum liege mit dem Gegenwert von 22 Jahresgehältern faktisch "außerhalb der Reichweite".
Entsprechend warnt der Jugendrat der Balearen vor einer "abhandengekommenen Perspektive". Die Jugend wolle nicht "ewig im Wartezimmer des Erwachsenseins leben". Der vermeintliche Ausweg: Gefordert werden unter anderem eine Regulierung der Mietpreise und ein Ausbau des öffentlichen Wohnungsbestands. Ohne entschlossene politische Maßnahmen drohe eine Generation "zwischen prekären Lebensverhältnissen und Abhängigkeit vom Elternhaus" gefangen zu bleiben.