Auf Mallorca sollen künftig mindestens jedes zweite Tier in den Katzenkolonien sterilisiert sein. Zuständig für die Umsetzung sind die Gemeinden, die die Kolonien erfassen und betreuen müssen. Katzen sind zwar beliebt, auf den Balearen nehmen sie jedoch teils überhand: Offiziell sind 1759 Katzenkolonien registriert, inoffiziell dürfte die Zahl noch höher sein. Die Landesregierung will die Kolonien stärker kontrollieren, um Hygieneprobleme und die Übertragung von Krankheiten in den Städten zu vermeiden.
Die Kontrolle der Katzenkolonien ist auf der Insel jedoch noch lückenhaft. Das berichtete die spanische Lokalzeitung Ultima Hora. Nur 18 der 53 Gemeinden verfügen über eine Zählung oder Kartierung der freilebenden Katzen. Dennoch arbeiten viele Gemeinden bereits mit externen Dienstleistern zusammen, um die Tiere aufzunehmen und zu versorgen, und 26 Gemeinden führen schon Sterilisierungen durch.
Nur 18 von 53 Inselgemeinden zählen ihre freilebenden Katzen
Die Daten wurden am Donnerstag vom Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und ländliche Entwicklung während einer Fachtagung vorgestellt. Generaldirektor Fernando Fernández vom balearischen Landwirtschaftsdezernat betonte, dass die Verwaltung der Katzenkolonien in die Zuständigkeit der Gemeinden falle, die Regierung aber die Arbeit mit Leitfäden und Koordination unterstützt, um sie sorgfältig und einheitlich auf allen Inseln umzusetzen.
Im vergangenen Jahr hatte das Landwirtschaftsministerium Informationen zur Situation der Kolonien in den einzelnen Orten gesammelt. 45 Gemeinden beantworteten den Fragebogen der Regierung, 22 weitere haben noch keine Angaben gemacht. Fernández hob hervor, dass dies erste wichtige Rückmeldungen seien, die zeigten, dass viele Gemeinden bereits begonnen hätten, die gesetzlichen Verpflichtungen umzusetzen, auch wenn noch einiges zu tun bleibe.
Noch ausstehend ist in den meisten Gemeinden die Identifizierung der Katzen mittels Mikrochips. Ziel der Kontrolle ist es, die hygienischen und gesundheitlichen Bedingungen in städtischen Gebieten zu verbessern, das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten zu verringern sowie die Gesundheit und das Wohl der Tiere zu schützen. Laut Fernández sollen kontrollierte Katzenkolonien erreicht werden, wenn mehr als 90 Prozent der Tiere sterilisiert sind. Eine Katzenkolonie wird dabei als Gruppe freilebender oder halbfrei lebender Katzen definiert, die wenig oder gar nicht sozialisiert sind und ihr Leben um Menschen herum gestalten, um zu überleben.