Die Hälfte der beruflichen Krankmeldungen auf Mallorca ist falsch. Das sagt der Privatdetektiv Carlos Valencia mit Büro in Palma, Mexiko und der Dominikanischen Republik und CEO des Unternehmens GrupoGes. Die Privatdetektive und Arbeitsrechtsanwälte auf der Insel haben sehr viel zu tun mit dieser Art von Arbeitsbetrug. "Es hat noch nie so viel Arbeitsbetrug gegeben wie jetzt", sagt Juan Carlos Cabanach, Leiter der Detektei Cabanach in der Avenida Jaume III in Palma.
Angesichts der Tatsache, dass sich die Zahl der Krankmeldungen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat, wie Carlos Valencia informiert, sind Privatdetekteien und Arbeitsrechtsanwälte auf Mallorca überlastet. "Ich bin seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig und habe so etwas noch nie gesehen", sagt Juan Carlos Cabanach. "Früher gab es im Anwaltsmetier mehr Strafverteidiger, aber jetzt gibt es so viele Arbeitsrechtsfälle, dass die Arbeitsrechtsanwälte überwiegen."
Carlos Valencia teilt mit, dass ein Großteil der Arbeit der Detektive nun darin besteht, Betrug nach bestimmten Krankmeldungen aufzudecken. Der Fachmann betont, dass diese Art von Ermittlungen "vielfältig und komplex ist und fast nie zwei Fälle identisch sind, aber es geht darum, Beweise zu sammeln, die vor Gericht gültig sind, um nachzuweisen, dass der Arbeitnehmer simuliert. Wir wissen aus den Informationen der Unternehmen, dass von 100 Krankmeldungen mindestens eine falsch ist."
Unternehmen müssen improvisieren
Die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" hat auch die Meinung von Catalina Cabrer, der Arbeitsministerin, eingeholt, die eingeräumt hat, dass "die Unternehmen finanziell stark davon betroffen sind". Die Ministerin fügt jedoch hinzu: "Es ist auch wichtig zu sagen, dass ein Arbeitnehmer das uneingeschränkte Recht hat, sich aus welchem Grund auch immer krankschreiben zu lassen. Das versteht sich von selbst. Aber es ist auch wahr, dass es für ein Unternehmen, das plötzlich viele Krankmeldungen hat, verheerend ist, da es nicht einfach ist, andere Fachkräfte zu finden, die die kranken Mitarbeiter ersetzen können."
Auf den Balearen ist die höchste Fehlquote im Gastgewerbe zu verzeichnen, wo sie bei etwa 14 Prozent liegt. Vor nur zwei Jahren lag sie noch drei Prozentpunkte unter diesem Wert. Im Baugewerbe liegt sie bei 5,4 Prozent, im Dienstleistungssektor bei 5,61 Prozent und in der Industrie und Landwirtschaft bei 4,21 Prozent bzw. 4,22 Prozent. Das Ministerium hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um diese Entwicklung umzukehren.