Im Parlament der Balearen ist ein Vorstoß der Sozialdemokraten zur Begrenzung der Touristenzahlen gescheitert. Mit den Stimmen der konservativen Volkspartei PP und der rechtsnationalen Vox lehnte die Mehrheit einen Vorschlag der PSIB ab, die eine verbindliche Obergrenze für Besucher vorsah. Lediglich ein Nebenpunkt zur Einberufung der Kommission für die Tourismussteuer wurde angenommen.
Kern des Antrags war die Forderung, die Zahl von 17,8 Millionen Touristen als "Höchstgrenze" festzuschreiben. So viele Gäste waren 2023 auf die Inselgruppe gekommen. Die Sozialdemokraten erinnerten daran, dass Ministerpräsidentin Marga Prohens (PP) im Mai 2024 selbst erklärt habe, diese Zahl sei "nicht tragbar". Inzwischen wurde sie deutlich übertroffen: 2025 verzeichneten die Balearen mehr als 19 Millionen Besucher.
Die Sozialdemokraten verlangten zudem, die Inselräte sollten gemeinsam mit der Regionalregierung für jede Insel jeweilige Obergrenzen festlegen und entsprechende Studien zügig vorlegen. Außerdem forderte die Opposition ein schärferes Vorgehen gegen illegale Ferienvermietungen sowie eine stärkere Ausrichtung der Tourismuspolitik auf eine "tatsächliche Entlastung in der Hochsaison".
In der Debatte warf der sozialdemokratische Abgeordnete Llorenç Pou der Regierung vor, hinter ihren Ankündigungen zurückzubleiben. "Sie reden von niedrigeren Urlauberzahlen, aber in Wahrheit glauben sie selbst nicht daran", sagte er. Eine Entzerrung der Saisonzeiten dürfe nicht bedeuten, "im Winter zu wachsen und den Sommer unverändert zu lassen".
Unterstützung erhielten die PSIB teilweise von der linken Regionalpartei Més. Deren Sprecher Lluís Apesteguia kritisierte, die Regierung spreche von "weniger Urlaubern", obwohl die Zahl der Touristen binnen eines Jahres um eine Million gestiegen sei. "2027 werden wir 20 Millionen Besucher erreichen, das ist unhaltbar", warnte er. Zugleich trug Més die konkrete Festlegung auf 17,8 Millionen nicht mit.
Die Regierungsparteien verteidigten ihren Kurs. Die PP verwies auf höhere Ausgaben pro Gast und einen nur "geringen Zuwachs" in der Hochsaison. Vox sprach von einer "interventionistischen Logik" des Antrags und warnte vor Rechtsunsicherheit, sollten legale Kapazitäten nachträglich gestrichen werden.
Damit bleibt es bei der Linie der Regierung, auf Steuerung und qualitative Effekte zu setzen statt auf eine feste Obergrenze. Die Opposition hingegen drängt angesichts weiter steigender Besucherzahlen auf verbindliche Limits.