In Schleswig-Holstein leben rund 3,9 Millionen Menschen, auf den Balearen knapp 1,3 Millionen. Dennoch nehmen Mallorca und die Nachbarinseln in nur einem Jahr allein durch den Tourismus mehr Geld ein als das gesamte Jahresbudget des nördlichsten deutschen Bundeslandes. Zugleich verzeichnete die Inselgruppe 2025 mit mehr als 19 Millionen Besuchern so viele Urlauber wie nie zuvor. Besucherrekord und Rekordeinnahmen machen deutlich: Der Tourismus ist längst nicht mehr nur Wirtschaftsfaktor, sondern die tragende Säule des Inselalltags.
Getragen wurde das Wachstum vor allem vom internationalen Markt. Während weniger Gäste vom spanischen Festland anreisten, legten die Besucherzahlen aus dem Ausland weiter zu. Besonders Urlauber aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich prägten das Jahr und machten erneut den größten Teil der internationalen Nachfrage aus. Sie sorgten dafür, dass das Tourismusjahr trotz verhaltener Entwicklung im Inland insgesamt positiv abschloss.
Mallorca bleibt das Zentrum des Tourismus
Innerhalb der Balearen konzentrierte sich der Touristenstrom erneut stark auf Mallorca. Die größte Insel zog den überwiegenden Teil der Besucher an und festigte ihre Rolle als touristisches Zentrum der Region. Menorca wuchs prozentual stärker, blieb aber deutlich dahinter, während Ibiza und Formentera nur moderat zulegten. Die Zahlen zeigen, wie sehr sich der Tourismus inzwischen auf einzelne Hotspots bündelt.
Milliardenumsätze mit Urlaubsreisen
Besonders eindrucksvoll ist die wirtschaftliche Dimension: Die Urlauber gaben auf den Balearen mehr als 23 Milliarden Euro aus. Zum Vergleich: Der gesamte Jahresetat des Landes Schleswig-Holstein liegt mit 17,4 Milliarden deutlich darunter. Damit erwirtschaftet der Tourismussektor auf den Inseln in zwölf Monaten mehr Geld, als ein deutsches Bundesland für Verwaltung, Bildung, Infrastruktur und Soziales zur Verfügung hat. Der Vergleich macht greifbar, welche finanzielle Wucht der Tourismus inzwischen erreicht hat.
Der Blick auf den Winter relativiert den Erfolg jedoch. Zum Jahresende ging die Zahl der Besucher zurück, vor allem wegen eines deutlichen Einbruchs bei Gästen vom spanischen Festland. Auffällig ist zugleich ein Strukturwandel: Immer mehr Reisende organisieren ihren Urlaub individuell und verzichten auf Pauschalangebote. Der Tourismus auf Mallorca bleibt damit ein Rekordgeschäft. Übrigens genauso wie in Schleswig-Holstein. Zwischen Nord- und Ostsee wurden 2025 ganze 1,8 Millionen Urlauber registriert, ein Plus von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.