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GESUNDHEITSWESEN

Tausende Termine und OPs abgesagt: Ärzte-Streik auf Mallorca verschärft sich

Weiße Kittel ohne dazugehörige Mediziner. Auf Mallorca war es am Donnerstag der vierte Streiktag in Folge | Foto: Simbal

| | Palma, Mallorca |

Der anhaltende Ärzte-Streik gegen das geplante neue Rahmenstatut hat auf den Balearen zu erheblichen Einschränkungen in der Gesundheitsversorgung geführt. Nach Angaben des balearischen Gesundheitsdienstes IB-Salut sind innerhalb von vier Streiktagen mehr als 15.000 Konsultationen und Untersuchungen ausgefallen, zudem wurden 339 geplante Operationen verschoben.

Allein am heutigen vierten Streiktag seien über 4.000 Termine abgesagt worden, darunter ambulante Facharzttermine, Untersuchungen und Termine in der Primärversorgung, teilte IB-Salut mit.

Der Präsident des Ärzteverbands Simebal, Miguel Lázaro, sprach am Donnerstag von einer Streikbeteiligung "zwischen 85 und 90 Prozent". Er drückte gegenüber den betroffenen Patienten sein Bedauern aus und warnte vor "verheerenden Folgen", sollte der Ausstand andauern. Beendet werden könne der Konflikt nur durch "eine Antwort der von Pedro Sánchez geführten Regierung", sagte Lázaro.

Hintergrund ist ein seit Monaten schwelender Streit um ein neues Rahmenstatut für Ärzte, das vom spanischen Gesundheitsministerium vorgelegt wurde. Die Gewerkschaften werfen Madrid vor, den Entwurf "ohne ausreichende Einbindung der Berufsverbände" und der autonomen Regionen voranzutreiben. Nach eigenen Angaben vertreten sie mehr als 175.000 Ärzte sowie über 40.000 Assistenzärzte.

Bereits im Januar hatten die wichtigsten Ärztegewerkschaften eine landesweite Streikserie ab dem 16. Februar angekündigt. Geplant sind mehrtägige Arbeitsniederlegungen bis Juni. Nach Darstellung des Streikkomitees waren neun Monate Verhandlungen "ohne Ergebnis" geblieben; das Ministerium habe die Gespräche "einseitig" beendet. Man fordere ein Statut, "das uns nicht schlecht behandelt" und die Besonderheiten des ärztlichen Berufs anerkenne.

Die balearische Gesundheitsministerin Manuela García machte die Zentralregierung für die Eskalation verantwortlich. Die Streikankündigung sei Ausdruck der "Unfähigkeit" der Regierung, eine Einigung zu erzielen. Für die Bürger bedeute der Konflikt längere Wartezeiten auf Arzttermine und Operationen. Zwar würden Mindestdienste eingerichtet, ein spürbarer Versorgungsengpass sei jedoch "unvermeidlich", sagte sie gegenüber der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".

Ob der zunächst bis Freitag angesetzte Ausstand verlängert wird, ist offen. Das Streikkomitee schließt einen unbefristeten Streik nicht aus.

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