Die Auswanderung auf Mallorca und den Nachbarinseln nimmt weiter zu. Nach aktuellen Daten des balearischen und nationalen Statistikamts sowie (INE) leben derzeit 48.085 auf den Inseln gemeldete Bürger im Ausland.
Deutlicher Anstieg im Langzeitvergleich
Damit setzt sich ein Trend fort, der sich seit Jahren abzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Auswanderer erneut gestiegen. Noch deutlicher wird die Entwicklung im langfristigen Vergleich: 2010 lebten lediglich 15.878 auf den Balearen gemeldete Personen im Ausland – seither hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht.
Auffällig ist dabei, dass die Balearen trotz dieses Trends weiterhin zu den wichtigsten Zuzugsregionen Spaniens zählen. Vor allem Menschen aus dem Ausland ziehen auf die Inseln. Gleichzeitig sorgt jedoch die wirtschaftliche Realität vor Ort zunehmend dafür, dass ein Teil der Bevölkerung wieder wegzieht.
Hohe Kosten als zentraler Abwanderungsgrund
Als Hauptgründe gelten die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten. Insbesondere der Zugang zu Wohnraum hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Hohe Mieten, knapper Wohnraum und im Vergleich zum spanischen Festland überdurchschnittliche Preise für Lebensmittel und Alltagsgüter setzen viele Haushalte unter Druck.
Betroffen sind nicht nur Zugewanderte, die in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Auch Einheimische verlassen zunehmend die Inseln. Von den aktuell im Ausland lebenden Balearen-Bürgern wurden 11.174 auf den Inseln selbst geboren – ein Wert, der im Vergleich zu früheren Jahren deutlich gestiegen ist.
Insgesamt zeigt sich ein zweigeteiltes Bild der Migration: Während weiterhin viele Menschen neu auf die Balearen ziehen, nimmt auch die Zahl der Fortzüge zu. Jedes Jahr verlassen mehrere tausend Einwohner die Inseln in Richtung Ausland.
Bei den Zielländern zeigt sich ein klarer Schwerpunkt innerhalb Europas. Ein wachsender Teil der Auswanderer zieht in andere EU-Staaten, etwa nach Deutschland, Frankreich oder in das Vereinigte Königreich. Gleichzeitig bleibt der amerikanische Kontinent ein zentrales Zielgebiet. Gemeint ist dabei vor allem Lateinamerika – insbesondere Länder wie Argentinien, Uruguay oder Kuba, zu denen historisch enge Verbindungen bestehen. Dort lebt weiterhin ein großer Teil der ausgewanderten Balearen-Bürger, während die USA eine deutlich geringere Rolle spielen.
Die Zahlen verdeutlichen damit eine gegenläufige Entwicklung: Die Balearen wachsen durch internationale Zuwanderung – verlieren aber zugleich zunehmend Einwohner an das Ausland. Haupttreiber dieser Dynamik bleiben die steigenden Lebenshaltungskosten auf den Inseln.