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Porsche plötzlich weg: Verurteilte Erbschleicherin und Mallorca-Deutsche erneut vor Gericht

Schon seit Jahren laufen Prozesse gegen die auf der Insel lebende Frau, die als Betreuerin demente Senioren um zehntausende Euro sowie Autos gebracht haben soll

Die 59-jährige Anwältin, Betreuerin und Mallorca-Deutsche (r.) muss sich wieder vor der deutschen Justiz verantworten | Foto: Lippische Landes-Zeitung/Janet König

| Mallorca |

Es sind schwere Vorwürfe, die erneut gegen eine Mallorca-Deutsche erhoben werden: Die 59-jährige Anwältin soll in ihrer Funktion als Betreuerin demente Senioren um deren Nachlässe gebracht haben. Der Frau werden Betrug und Untreue vorgeworfen, deshalb steht sie wieder im nordrhein-westfälischen Detmold vor Gericht. Am Dienstag, 10. Februar, ist der Prozess losgegangen, dafür reiste die Angeklagte eigens aus Mallorca an. Mittlerweile verbringt sie die meiste Zeit des Jahres in ihrer Eigentumswohnung auf der Insel. Das berichtet die "Lippische Landes-Zeitung".

Vor rund drei Jahren waren die Vorwürfe gegen die deutsche Anwältin bekanntgeworden, seitdem musste sie sich vor der deutschen Justiz verantworten. Als Betreuerin von teils dementen Senioren soll sie sich beispielsweise EC-Karten und Vollmachten erschlichen haben, berichtet die Lokalzeitung. Zudem habe die Frau versucht, sich als Alleinerbin einzutragen. Deshalb war sie im Dezember vergangenen Jahres bereits verurteilt worden: zu viereinhalb Jahren Haft wegen gewerbsmäßiger Untreue, Betrugs und versuchten Betrugs in 30 Fällen.

Mallorca als Zufluchtsort

Doch das Urteil gegen die auf Mallorca lebende Frau ist nicht einmal rechtskräftig, schon steht sie seit dieser Woche erneut vor dem Gericht in NRW. Die Insel sei nach dem Erlebten zu ihrem Zufluchtsort geworden. Bei dem Prozessauftakt am vergangenen Dienstag äußerte sie sich laut der "Lippischen Landes-Zeitung" mit folgenden Worten: "Für mich ist Detmold ein traumatisches Erlebnis, weil ich hier vor den Trümmern meines Lebens stehe. Ich halte mich hier nur auf, weil ich muss." Zwischendurch fließen viele Tränen, heißt es in dem Artikel. Ihre ganze Familie sei durch das Strafverfahren am Ende.

Auch der Ehemann sowie die Tochter der Anwältin sollen in die Machenschaften involviert gewesen sein, berichtet die "Lippische Landes-Zeitung": "Die Staatsanwaltschaft Detmold wirft der Angeklagten vor, im Jahr 2021 unrechtmäßig den BMW XI aus dem Nachlass eines verstorbenen Mannes genommen und ihrer Tochter übergeben zu haben. Diese soll das Auto ein Jahr gefahren und dann gewinnbringend für 11.500 Euro weiterverkauft haben."

Porsche verschwunden, Durchsuchungen auf Mallorca

Zudem sagten Ermittler vor Gericht aus: "Ein Wasserfahrzeug, ein Porsche und ein Bootsträger sind verschwunden." Und ein weiterer Vorwurf steht gegen die Betreuerin im Raum: "Demnach soll die Anwältin ein 210.000 Euro schweres Sparbuch einer dementen und von ihr damals betreuten Seniorin unrechtmäßig auf sich überschrieben haben lassen." Im Zuge der Ermittlungen hatte es auch auf Mallorca Durchsuchungen in der Eigentumswohnung der Angeklagten gegeben. Der Prozess in Detmold wird am 20. Februar fortgesetzt.

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