Im öffentlichen Gesundheitswesen der Balearen kommt künftig erstmals eine tiergestützte Therapie systematisch zum Einsatz. Das Hospital Joan March hat ein Programm für hundegestützte Interventionen gestartet – nach eigenen Angaben "das erste dieser Art" in einem staatlichen Krankenhaus des Archipels. Die Initiative richtet sich an ältere stationäre Patienten und soll die medizinische Behandlung um psychosoziale Aspekte ergänzen.
Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Fundació La Caixa, die fachliche Umsetzung übernimmt die auf tiergestützte Therapien spezialisierte Fundació S'Hort Vell. Bei der offiziellen Vorstellung kamen Vertreter des Gesundheitswesens und der beteiligten Einrichtungen zusammen. Die balearische Gesundheitsministerin Manuela García nahm ebenso teil wie Verantwortliche des regionalen Gesundheitsdienstes IB-Salut und der Klinikleitung.
Das Programm sieht Gruppensitzungen vor, in denen die Patienten mit speziell für den Einsatz in Kliniken ausgebildeten Hunden interagieren. Ziel sei es, das "emotionale, kognitive und soziale Wohlbefinden" während des Krankenhausaufenthalts zu stärken. Das Krankenhaus versteht das Angebot als Baustein einer stärker am einzelnen Patienten orientierten Versorgung, die klassische medizinische Therapien um psychologische und zwischenmenschliche Dimensionen ergänzt.
Tiergestützte Interventionen stützen sich auf eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen. Studien zeigen, dass der Kontakt mit trainierten Hunden Angst, Stress und Unsicherheit deutlich mindern kann. Beobachtet wurden zudem messbare körperliche Effekte wie ein sinkender Blutdruck sowie die Ausschüttung von Hormonen, die mit Wohlbefinden in Verbindung stehen.
Darüber hinaus sollen die Sitzungen die Kommunikation unter den Patienten fördern und der häufigen sozialen Isolation bei längeren Klinikaufenthalten entgegenwirken. Gerade bei älteren Menschen könnten gezielte Übungen mit den Tieren Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit anregen. Auch leichte körperliche Aktivität ist Teil des Konzepts: Sanfte Bewegungsübungen werden spielerisch in die Begegnung mit den Hunden integriert.
Nach Darstellung der Initiatoren schafft die Anwesenheit der Tiere einen "emotional sicheren Rahmen". Patienten äußerten sich offener, gewännen an Selbstvertrauen und knüpften neue soziale Kontakte. Mit dem Projekt setzen die Verantwortlichen auf eine weitere "Humanisierung des Klinikalltags" – ein Ansatz, der auf den Balearen nun erstmals flächendeckend in einem öffentlichen Krankenhaus erprobt wird.