Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die schönste Fassade im Land? Acht Projekte aus Mallorca zählen zu den Kandidaten der spanischen Architekturpreise 2026. Wie der Dachverband der Architektenkammern (CSCAE) mitteilte, wurden 209 Vorschläge aus insgesamt 534 Einreichungen ausgewählt. Die Preisverleihung ist für den 9. Juni in Madrid vorgesehen.
Von den Balearen wurden neun Projekte nominiert, neben den acht aus Mallorca auch eines aus Menorca. Der Schwerpunkt liegt auf Bauprojekten, ergänzt um einen Beitrag aus der Stadtplanung: den strategischen Umbauplan für die Playa de Palma. Das ambitionierte Vorhaben soll den bei deutschen Feriengästen beliebten Küstenstreifen an die Folgen des Klimawandels anpassen und zugleich nachhaltige Formen des Tourismus fördern.
Zu den auffälligeren Projekten im Bereich Hochbau gehört der erst kürzlich eingeweihte neue Club de Mar an Palmas Flaniermeile Paseo Marítimo. Der Entwurf versteht den Yachthafen als offene und stärker in die Stadt integrierte Infrastruktur. Architektur und Nutzung sollen dabei fließend ineinandergreifen.
Auch der soziale Wohnungsbau könnte im Juni in Madrid aufs Treppchen kommen. In Palma entstand eine Anlage mit 38 Wohnungen, die auf lokal produzierte Materialien und nachhaltige Bauweisen setzt. Ein weiteres Projekt in der Ortschaft Santa Margalida kombiniert zehn öffentliche Wohnungen mit multifunktionalen Räumen und folgt ebenfalls einem ressourcenschonenden Ansatz.
Daneben wurden mehrere Einfamilienhäuser ausgewählt, darunter ein Wohnhaus in Colònia de Sant Pere sowie die Casa Lladoners, das die Wohnräume als Abfolge von Innenhöfen organisiert und so Klima und Privatsphäre steuert.
Weitere Nominierungen betreffen eine Kindertagesstätte in Muro, die sich mit der Gestaltung früher Bildungsräume auseinandersetzt, sowie die Umnutzung des ehemaligen Rathauses von Santa Eugènia zu einem Bürgerzentrum, in dem mehrere historische Gebäude zusammengeführt wurden.
Die Präsidentin des CSCAE, Marta Vall-llossera, sagte in diesem Zusammenhang, hochwertige Architektur müsse angesichts globaler Herausforderungen wie der Erderwärmung als "Recht aller Menschen" verstanden werden.