Auf Mallorca hat das Meeresministerium hat den finalen Entwurf des künftigen Gesetzes zur Raumordnung und integralen Bewirtschaftung der Küstenzonen praktisch fertiggestellt. Dieses soll Hunderte von Küstenbauten vor dem Abriss bewahren, die derzeit davon bedroht sind. Wie der zuständige Minister erklärt, es handle sich um traditionelle Häuschen und nicht wenige Strandbars auf den Balearen, aber auch Boots- und Slipanlagen. Nach der aktuellen staatlichen Gesetzgebung müssten diese zu einem großen Teil abgerissen werden, durch den neuen Rechtstext würden sie jedoch unter Schutz gestellt.
Der Gesetzesentwurf schützt allerdings nicht die Nutzung dieser Gebäude. Das heißt: Befindet sich in einem dieser Bauten etwa eine Bar oder ein Restaurant, wird nicht die wirtschaftliche Tätigkeit geschützt, sondern ausschließlich das Gebäude selbst. Auch wird nicht die Balearen-Regierung entscheiden, welche Gebäude erhalten bleiben und welche nicht. Diese Zuständigkeit soll den Inselräten vorbehalten sein. Sie können eigene Verordnungen zum Denkmalschutz erarbeiten und Register jener Güter oder Gebäude anlegen, die geschützt werden sollen. Lafuente betont, dass all diese Maßnahmen durch Gutachten der Denkmalbehörden abgesichert sein müssen.
Auch Neuerungen für Jetskis sind geplant
Der zuständige Minister räumt ein, dass es noch keine ungefähre Liste darüber gibt, wie viele Gebäude durch diese Regelung geschützt werden. Auf Ibiza und Formentera wurden diesbezüglich einige Berichte erstellt, und auf Menorca gibt es eine Teilstudie eines Universitätsstudenten – für Mallorca existiert jedoch nichts Vergleichbares. Die Norm enthält weitere Maßnahmen zur Ordnung der Küstenzone, etwa die Regulierung der Geschwindigkeit entlang der Küste. Der Vorentwurf begrenzt die Geschwindigkeit von Jetskis und Booten mit mehr als 12 Metern Länge in einem Streifen von einer Seemeile vor der Küste auf 10 Knoten. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Sicherheit zu erhöhen und die balearische Küste zu schützen.
Das künftige Küstengesetz strebt zudem eine engere Zusammenarbeit mit den Gemeinden an, damit diese selbst über die Nutzung der Strände und anderer Küstenabschnitte entscheiden können. Die Genehmigungskompetenzen lagen bislang beim Ministerium des Zentralstaats, doch der Meeresminister ist der Ansicht, dass diese Befugnisse in die Hände der Kommunen gehören sollten.
Kommunen entscheiden selbst
Das neue Gesetz wird festlegen, dass die Regionalregierung mit den Gemeinden zusammenarbeiten muss, damit diese eigene Nutzungspläne für ihre Strände entwickeln. So können Kommunen beispielsweise entscheiden, ob Sportwettkämpfe, Hochzeiten oder andere Veranstaltungen genehmigt werden, ebenso wie über Strandbars und weitere Dienstleistungen.
Darüber hinaus enthält die Norm eine rechtliche Anerkennung der Liegeplatz-Vereinigungen (Asociaciones de Amarristas), die vor allem auf Menorca weit verbreitet sind. Bewohner eines bestimmten Küstenabschnitts – etwa einer Bucht – schließen sich zu solchen Vereinigungen zusammen und beantragen eine Konzession, um Bojen zu legalisieren. Die Konzessionen werden vom Govern erteilt, doch die Vereinigungen können eigene Ordnungspläne vorlegen, um illegale Liegeplätze zu verhindern. „Dieses Gesetz wird nicht alle Probleme der Küste lösen, und man muss berücksichtigen, dass der Staat weiterhin Zuständigkeiten in diesem Bereich behält. Aber es wird für den Küstenraum das sein, was die Raumordnungsrichtlinien einst für das Landesinnere waren“, erklärt der Minister.