Mallorca plant ein neues digitales System, das die Besucherzahlen an den Stränden in Echtzeit erfassen soll. Die balearische Regierung will an 150 Playas und Calas Sensoren installieren, die die Auslastung direkt an eine App und eine Website liefern. Dort können Einheimische und Touristen künftig sehen, welche Buchten stark besucht sind. Zusätzlich ist ein Modell vorgesehen, das die voraussichtliche Belegung für den nächsten Tag vorhersagt.
So funktioniert das System
Wie die MM-Schwesterzeitung Ultima Hora berichtet, wird die Technologie unter anderem an beliebten Stränden wie Es Caló des Moro oder Es Trenc eingesetzt. Erste Pilotversuche in den Sommermonaten haben bereits Daten geliefert. Verschiedene Sensoren zählen Ein- und Ausgänge, erfassen Kameradaten anonym und erfassen Mobilgeräte, um die Besucherzahlen genau zu bestimmen. Persönliche Daten werden dabei nicht gespeichert.
Die Installation der Sensoren soll über die kommenden drei Jahre erfolgen, die Kosten betragen rund vier Millionen Euro. Mit der App sollen Nutzer künftig jederzeit die aktuelle Belegung der Strände prüfen und ihren Besuch entsprechend planen. Auch Parkplätze in Naturschutzgebieten wie dem Naturpark Mondragó werden überwacht, um die Auslastung zu koordinieren.
Vorhersage für die Belegung am nächsten Tag
Zusätzlich arbeitet IB Digital mit der Universität der Balearen an einem Vorhersagemodell, das zeigt, wann ein Strand am nächsten Tag wie voll sein wird. So könnten Besucher bereits im Voraus einschätzen, wie stark ein Strand frequentiert sein wird.
Mallorcas Strände sind in den Sommermonaten oft stark besucht. Auf Instagram bekannte Buchten wie die Caló des Moro erreichen regelmäßig mehrere Tausend Besucher pro Tag, obwohl die natürliche Kapazität deutlich geringer ist. Auch Strände wie Es Trenc, Sa Calobra oder Magaluf werden von vielen Einheimischen gemieden, weil sie zu überlaufen sind. Das neue System soll helfen, die Strände besser zu verteilen, die Besucherströme zu steuern und Überfüllung sowie Engpässe zu vermeiden. Solche Maßnahmen tragen dazu bei, die Belastung durch Massentourismus für Strände, Infrastruktur und die lokale Bevölkerung transparenter zu machen.