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Vorsichtige Prognosen

"Deutsche werden 2026 mehr auf den Geldbeutel achten und Preise mit Leistungen vergleichen": Mallorca prophezeit das beginnende Tourismusjahr

Die grundlegende Strategie der Branche besteht laut Angaben des Hotelverbands von Mallorca FEHM darin, den Blick auf Direktflüge zu Zielen wie New York, Toronto oder Abu Dhabi zu richten

Deutsche Urlauber auch an der Playa de Palma sind 2026 preissensibler, so die Expertenmeinung | Foto: Teresa Ayuga

| | Mallorca |

"Die Saisonunabhängigkeit ist realer und gleicht die Schwäche des Sommers teilweise aus, allerdings sind die Touristen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage des Landes vorsichtiger bei ihren Ausgaben und achten sehr auf das Preis-Leistungs-Verhältnis." So sieht der Tourismus-Experte der spanischen MM-Schwesterzeitung Ultima Hora, Pere Cerón, den deutschen Markt in Hinsicht auf Urlaubsreisen nach Mallorca. Deutschland werde weiterhin einer der wichtigsten Quellmärkte sein, so Ceróns Prognose für dieses Jahr.

Die grundlegende Strategie der Branche besteht laut Angaben des Hotelverbands von Mallorca FEHM darin, den Blick auf Langstrecken zu richten. Direktflüge zu Zielen wie New York, Toronto oder Abu Dhabi werden als ein Schritt zur Stärkung der internationalen Positionierung des Reiseziels und zur Diversifizierung der Risiken mit Premium-Segmenten mit hoher Kaufkraft interpretiert, ohne dabei die traditionellen Märkte aufzugeben, die weiterhin die Säule des Geschäfts auf den Balearen bilden.

Verlangsamtes Wachstum

Für das Jahr 2026 bleiben die Umsatzprognosen vorsichtig, aber positiv. Der Hotelsektor rechnet nach mehreren Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten mit einem moderateren Anstieg im einstelligen Bereich. Diese Verlangsamung ist auf die langsame Erholung der wichtigsten Quellmärkte, insbesondere des britischen und deutschen Marktes, auf die hohen Auslastungsraten in den Monaten mit höchster Nachfrage und auf ein internationales Umfeld zurückzuführen, das von geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt ist.

"Die Prognose für 2026 ist klar und einhellig", so Cerón. "Da die Kapazitäten in den Sommermonaten praktisch ausgeschöpft sind, liegt das Wachstumspotenzial nicht mehr darin, im Juli und August mehr Touristen anzuziehen, sondern darin, die Preise anzupassen, den Kalender zu verlängern und die Marktmischung zu verbessern." Der Sommer habe in Bezug auf das Volumen seinen Höhepunkt erreicht.

Sommer bereits ausgeschöpft

Die Belegungsdaten des nationalen Statistikamtes INE bestätigen diese Einschätzung. Im Juni 2025 verzeichneten die Balearen mit 82,2 Prozent die höchste Auslastung in Spanien, wobei in Gebieten wie Palma-Calvià 84 Prozent überschritten wurden und in Enklaven wie Muro mit 90,8 Prozent fast die maximale Auslastung erreicht wurde. Angesichts dieser Zahlen geht die Branche davon aus, dass die Hochsaison nur noch begrenztes Wachstumspotenzial bietet und die eigentliche Herausforderung darin besteht, die Rentabilität aufrechtzuerhalten, ohne das Gebiet und die Dienstleistungen noch mehr zu belasten.

Zusammenfassend behauptet Cerón, dass sich der Konsens der Branche in den letzten Monaten in einem Wort zusammenfassen lässt: Kontinuität. "2026 wird ein ähnliches Jahr wie 2025, mit guten Aussichten, Diversifizierung der Märkte und einem klaren Bekenntnis zu Qualität und Nachhaltigkeit", fasst die FEHM zusammen. Alle befragten Branchenquellen sind sich einig, dass die Tourismusdebatte für das Jahr 2026 darum geht, wie das Gleichgewicht zwischen Preisen, Kapazität, Koexistenz und Modell gestaltet werden kann.

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