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Immer mehr Urlauber kommen immer früher nach Mallorca: Die meisten Hotels eröffnen schon im März

Gut 70 Prozent der Hotels auf Mallorca werden bereits im März in Betrieb sein. Und die Mitarbeiterzahlen steigen auf Rekordniveau

Der Start der Sommersaison auf Mallorca hat sich spürbar nach vorne verlegt | Foto: Miquel Àngel Cañellas/Archiv

| Mallorca |

Der Beginn der Tourismussaison auf Mallorca hat sich spürbar vorverlegt. Das ist eine objektive, unbestreitbare Tatsache. Früher erfolgte der symbolische Startschuss der Saison traditionell am 1. Mai, und es war üblich, dass die Hotels bis Oktober geöffnet blieben – somit umfasste die Saison sechs Monate.

Doch der Tourismus auf der Insel wandelt sich in vielerlei Hinsicht, und das klare Bekenntnis zur Qualität ist eindeutig und konsequent. Der Kampf gegen die Saisonabhängigkeit hat bereits viele Erfolge gezeigt, und auch wenn der endgültige Durchbruch noch aussteht, ist offensichtlich, dass sich die Zahl der Öffnungstage in den vergangenen Jahren deutlich erhöht hat. Das ist eine gute Nachricht sowohl für die Tourismusunternehmer als auch für die Beschäftigten der Branche, da sich dadurch ihre Beitragszeiten zur Sozialversicherung verlängern. Es ist offenkundig einfacher, das ganze Jahr über zu arbeiten, als nur sechs, acht oder zehn Monate.

Viele Hoteliers haben in den vergangenen Jahren auf umfassende Renovierungen ihrer Betriebe gesetzt. Sie gingen in zahlreichen Fällen einher mit einer Erhöhung der Kategorie. Der Weg zur Qualität bringt viele Vorteile, erfordert jedoch auch Investitionen. In diesem Zusammenhang sind die beiden wichtigsten Kennzahlen der Hotelrentabilität – der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) und der durchschnittliche Übernachtungspreis pro Tag (ADR) – stark gestiegen.

Immer mehr Hotels ganzjährig geöffnet

Mallorcas Hotel- und Unternehmerverband FEHM hat die Öffnungszeiten seiner Mitgliedsbetriebe in den vergangenen Jahren analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: Es gibt immer mehr Hotels, die ganzjährig geöffnet sind, und täglich kommen weitere Betriebe hinzu, die früher öffnen.

So zeigt der FEHM-Bericht, dass im Jahr 2019 bereits 12,7 Prozent der angeschlossenen Hotels das ganze Jahr über geöffnet waren. Die Jahre 2020 und 2021 sind nicht aussagekräftig, da die Pandemie den Tourismussektor hart getroffen hat und eine Rückkehr zur Normalität damals nicht möglich war. 2022 waren es bereits 13,2 Prozent der Hotels, die von Januar bis Dezember geöffnet hatten, 2023 stieg der Anteil auf 16,2 Prozent. Ein Jahr später waren es 18,7 Prozent, und 2025 lag der Anteil bei 19,4 Prozent. Im Jahr 2026 sind es schließlich 20,4 Prozent der Betriebe, die zwölf Monate im Jahr geöffnet sind – also etwas mehr als jedes fünfte Hotel. Das ist eine beachtliche Zahl, da es Regionen gibt, in denen in der Nebensaison kaum noch etwas geöffnet ist.

An dieser Stelle ist die Bedeutung der Stadt Palma de Mallorca hervorzuheben, die seit einiger Zeit über zahlreiche Hotels verfügt, die ganzjährig geöffnet sind. Palma hat sich bereits als attraktives Reiseziel etabliert – nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über. Die besten Auslastungszahlen werden dabei logischerweise an den Wochenenden erreicht.

Nicht nur Sommer und Strand

Der Hotelverband hat außerdem festgestellt, dass sich die Öffnungen weiter nach vorne verlagern, wobei der sogenannte Ostereffekt eine wichtige Rolle spielt. Unabhängig von Ostern ist jedoch klar erkennbar, dass die Zahl der Betriebe, die früher öffnen, weiter zunimmt. Mallorca ist längst nicht mehr nur ein Sonnen- und Strandziel; der Kampf gegen saisonale Abhängigkeit wird mit alternativen Angeboten wie Radtourismus, Wandern, Shoppingtourismus und Kulturtourismus gewonnen.

So sollten 3,3 Prozent der im FEHM-Verband organisierten Betriebe im Januar öffnen und sich damit zu den 20,4 Prozent gesellen, die bereits ganzjährig geöffnet sind. Das bedeutet, dass 23,7 Prozent der Hotels bereits im Januar in Betrieb sind.

Der Anteil der im Januar geöffneten Hotels (23,7 Prozent) ist der höchste der vergangenen Jahre. 2019 lag er noch bei 18,6 Prozent. 2022 waren es lediglich 13,9 Prozent, ein Jahr später bereits 18,5 Prozent. 2024 waren im Januar 20,9 Prozent der Hotels geöffnet, im vergangenen Jahr 22,9 Prozent, bis schließlich im Januar 2026 der Wert von 23,7 Prozent erreicht wurde.

Für Februar ist vorgesehen, dass 15 Prozent der Hotels öffnen, womit insgesamt 38,7 Prozent in Betrieb sein werden. Noch nie zuvor waren im Februar so viele Hotels geöffnet: 2025 lag der Anteil bei 36,1 Prozent und 2024 bei 33,6 Prozent.

Saisonstart im März

Besonders aussagekräftig ist jedoch die Situation im März. In diesem Monat sollen 31,9 Prozent der Betriebe öffnen, sodass 70,6 Prozent der Hotelkapazitäten in Betrieb sein werden. Im März 2019 waren es noch 55,5 Prozent, also 15 Prozentpunkte weniger als 2026. Nur 2024, mit einem frühen Ostertermin, öffneten mehr Hotels als 2026 – damals lag der Anteil bei 71,3 Prozent. Zum Vergleich: 2025 waren es lediglich 54,3 Prozent im März.

FEHM-Präsident Javier Vich erklärt, dass sich in diesem Jahr 2026 eindeutig ein neuer touristischer Kalender etabliert, der bereits im März beginnt. „Die Saison 2026 markiert die endgültige Konsolidierung des neuen touristischen Kalenders Mallorcas. Die Vorsaison festigt sich. Februar und März gewinnen an Bedeutung dank gereifter europäischer Märkte (vor allem Deutschland und Großbritannien) sowie Segmenten wie dem Seniorentourismus, Sporttourismus und Radtourismus. Die Einbindung des Kongresspalasts in den nationalen Veranstaltungszyklus war dabei von grundlegender Bedeutung. Die Saison beginnt früher, stufenweise und mit größerer Stabilität. Der März ersetzt die Monate April/Mai als zentralen Öffnungsmonat. Messbare Fakten lassen keinen Raum für anderweitige Interpretationen, die Zahlen bestätigen dies. Seit zwei Jahren überschreiten die Balearen im März die Schwelle von 500.000 Sozialversicherungsanmeldungen – ein Wert, der früher erst im Mai erreicht wurde. „Das bedeutet berufliche Stabilität für die Beschäftigten im Hotelsektor”, so der Hotelverbandspräsident.

Mallorca als Ganzjahresdestination

Vich hob außerdem die Investitionsanstrengungen der Branche zur Neupositionierung der Hotels hervor. „Wir sind zunehmend auf uns selbst angewiesen. Der stetige Anstieg der Hotelöffnungen und die damit verbundene Vorverlegung der Saison sind das Ergebnis der Neupositionierung, die wir im letzten Jahrzehnt vorgenommen haben”, betont er.

Abschließend erinnert Vich daran, dass die touristische Vermarktung auch in den Monaten außerhalb der Hochsaison fortgesetzt werden müsse. „Damit sich die Verlängerung der Saison dauerhaft etabliert, müssen wir ohne jeden Zweifel weiterhin jene Segmente bewerben, die uns Aktivität im ersten Quartal, im April sowie im letzten Quartal des Jahres ermöglichen. Der neue Kalender erfordert, dass öffentliche Dienstleistungen und ergänzende Angebote besser geplant und bereits zu Jahresbeginn aktiviert werden. Proaktiv statt reaktiv zu handeln, Zeit zu gewinnen und nicht auf die Hochsaison zu warten, ermöglicht es den Unternehmern – und letztlich dem Reiseziel –, Dienstleistungen zu professionalisieren, Mehrwert zu schaffen und Fachkräfte langfristig zu binden”, so sein Fazit.

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