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Wie ein Deutscher in der Hotelbranche auf Mallorca erfolgreich wurde

| Mallorca |

Wer einen Artikel über einen Hotelier schreiben möchte, trifft ihn am besten in seinem Hotel. Doch wer mit Harald Strombeck an Mallorcas Flughafen Son Sant Joan redet, erhält einen genauso guten Einblick in seine Welt. Alle zwei Wochen reist er von dort nach Hannover, Düsseldorf, Berlin, für zwei, drei, vier Tage, um persönlich Kontakt zu Reiseveranstaltern zu halten. Und das schon während der ganzen Corona-Pandemie. Er muss etwas tun – und doch sind ihm die Hände gebunden.

Corona-Tests auf Mallorca, Tests in Deutschland, gut 20 hat er schon gemacht seit August. Sie helfen Harald Strombeck, selbstbestimmt zu bleiben, er kann so trotz strenger Regeln arbeiten. „Es gibt genug zu tun”, sagt er. Strombeck lebt seit diesem Monat seit 40 Jahren auf Mallorca und ist Geschäftsführer von drei Aparthotels in Can Picafort, Alcúdia und Port d’Alcúdia. Sie gehören zur Hotelkette Magic und müssen instand gehalten werden, obwohl sie seit März vergangenen Jahres geschlossen sind. Das Einkommen ist gleich null.

Für Harald Strombeck heißt das, im Büro zu sitzen, statt in den Hotels nach dem Rechten zu sehen. Sein Alltag hat sich wegen Corona schlagartig geändert. Damit steht er stellvertretend für Hunderte Hoteliers auf Mallorca und den Nachbarinseln. Sie kämpfen darum, ihren Job zu behalten. Sie wollen von Juni an wieder öffnen, Gäste empfangen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Harald Strombeck einen Plan. Über den spricht er auf einer Bank am Flughafen, die Beine überschlagen, die Arme ausgebreitet. Vorhin kam Strombeck mit einer Maschine aus Frankfurt, er war mal wieder unterwegs, wie immer. Er trägt eine olivgrüne Steppjacke über dem weißen Hemd, eine Sonnenbrille und hat sein Handy in einer Gürteltasche verstaut.

Also, sein Plan: „Wir dürfen uns den Sommer nicht mit April und Mai versauen.” Ostern wieder Gäste auf Mallorca zu empfangen, könne man machen, es sei aber ein gewisses Risiko dabei. „Wenn zum Beispiel in einem Hotel an der Playa de Palma zwei Gäste positiv getestet werden und das ganze Hotel unter Quarantäne steht, ist das ein Problem.” Eines, das die Sommersaison gefährden könne.

Bis das Coronavirus über die Welt hereinbrach, lief es für Harald Strombeck ziemlich gut. Er, 62 Jahre alt, baute mit zwei Geschäftspartnern zwischen 1987 und 1999 insgesamt 18 Hotels in Can Picafort, Alcúdia, Port d’Alcúdia sowie Cala Rajada auf. Strombeck suchte in Deutschland potenzielle Investoren für die Unterkünfte unter Reiseveranstaltern. Diese finanzierten den Bau und nutzen sie fünf Jahre lang exklusiv.

Mit den Neubauten wurde der Grundstein für den heutigen Tourismus im Inselnorden gelegt. Spanien hatte für diese Zeit strenge Vorgaben erlassen, nach denen Hotelanlagen großzügige Garten- und Freiluftzonen aufweisen müssen. Es ging darum, nicht mehr verdichtet zu bauen. Das Gegenteil war an der Playa de Palma, in Magaluf und Peguera der Fall. Die Hotels durften wegen eines Gesetzes nicht höher als zwei Etagen sein, sodass viele Apartementanlagen entstanden. Das zog Familien und Radfahrer an.

Doch Strombecks Jahre als Pionier forderten Tribut. Er arbeitete je 70 Stunden in der Woche, von montags bis sonntags, saß ständig im Flugzeug für Geschäftsreisen. „Ich habe meine Frau damals kaum gesehen und wollte am Wochenende freihaben.” Seine Frau ist eine Mallorquinerin, die er 1981 auf Mallorca kennenlernte und fünf Jahre später heiratete. Ihretwegen zog er auf die Insel. Die beiden haben keine Kinder.

Nicht nur Strombecks Frau merkte, dass ihr Mann zu viel arbeitete, auch dessen Körper. „Wenn du den Stress nicht mehr kontrollieren kannst, musst du etwas ändern”, sagt Strombeck. Das tat er. Der gebürtige Bremer und gelernte Schiffsmakler kümmert sich seit 17 Jahren nur noch um die drei Hotels in der Bucht von Alcúdia. Er arbeitet nicht mehr als 45 Stunden die Woche und nimmt sich im Winter Auszeiten von zwei bis drei Wochen.

So hat er auch mehr Zeit für sein Hobby, einen Mercedes-SL-Oldtimer von 1965. Früher war er auch gerne mal mit seinem eigenen Boot unterwegs, das er aber wieder verkaufte. Strombeck wohnt in Can Picafort 150 Meter vom Yachthafen entfernt.

Und was sagt Strombecks Frau über ihn? „Er arbeitet immer und ist sehr aktiv”, sagt Magdalena Moragues, 55 Jahre alt. „Er kann zwar ein bisschen vor dem Computer sitzen, aber dann muss er auch wieder irgendwohin reisen.” Und wie stark sind die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden? „Wir haben uns aneinander angepasst”, sagt Moragues. „Wir sind ein Team”, betont Strombeck.

Dass Harald Strombeck immer in Bewegung sein muss, weiß er selbst. „Um andere zu bewegen”, wie er sagt. Auf den jetzigen Bürojob kann er verzichten. Von Juni an würde er gerne die drei Hotels öffnen und wieder seine täglichen Rundgänge durch die Anlagen machen.

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