In Esporles, einem der charmantesten Mallorca-Dörfer der Tramuntana, müssen Bars und Restaurants künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen: Die Gemeinde hat die Gebühren für die Nutzung ihrer Terrassen um rund 30 Prozent angehoben – die erste Anpassung seit fast zwei Jahrzehnten.
Konkret steigen die Kosten in den zentralen Zonen des Ortes – etwa entlang der Hauptachse zwischen der Plaça de l'Ajuntament und der Straße Jaume I oder in den Calles Joan Riutort, Coliseu, auf der Plaça Es Jardinet und dem Passeig del Rei – von bislang 19,50 Euro auf nun 30 Euro pro Quadratmeter und Jahr. In den übrigen Bereichen des Ortskerns fällt die Erhöhung moderater aus: Dort gelten künftig 25 Euro pro Quadratmeter.
Bürgermeister: "Eine Aktualisierung was überfällig"
Bürgermeister Josep Ferrà verteidigt den Schritt: "Eine Aktualisierung war überfällig. Die Preise wurden seit 2005 nicht mehr angetastet." Frühere Versuche seien an äußeren Umständen gescheitert: 2011 an der Wirtschaftskrise, später während der Pandemie erneut am schwierigen Umfeld.
Um ein "faires Preisniveau" festzulegen, habe man die Tarife von zehn anderen Gemeinden verglichen, betont Ferrà. Zudem habe die Gemeinde das Gespräch mit den Gastronomen gesucht – mit Erfolg. "Nach mehreren Treffen herrschte Einigkeit darüber, dass die Erhöhung notwendig ist", so der Bürgermeister. Der Vorschlag wurde schließlich im Gemeinderat eingebracht – und einstimmig verabschiedet.
Mit der Reform will Esporles die öffentlichen Flächen gerechter bepreisen und gleichzeitig für mehr Transparenz sorgen. Für die Wirte im Ort bedeutet sie dennoch: höhere Kosten für jeden Quadratmeter Sonnenterrasse – ein spürbarer Einschnitt im Bilderbuch-Dorf. Bleibt abzuwarten, ob die höheren Preise an die Verbraucher weitergegeben werden. Esporles ist bei vielen Deutschen Urlaubern und Residenten ein beliebtes Ausflugsziel.