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Zwölf Glückstrauben und "viele Jahre"

Die Silvesterbräuche in Spanien und auf Mallorca

Gegessen wird meistens in der Familie, doch danach geht es in der Silvesternacht auf die Piste. Die Diskotheken sind voll. | Foto: C. Castro

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La noche vieja" (alte Nacht) nennt man in Spanien die letzte Nacht des Jahres, die Nacht vor dem "Año Nuevo". Auf Mallorca wünscht man sich um zwölf Uhr "Molts d'anys" - noch viele Jahre. Von Silvester und dem Papst, dessen Sterbetag im Jahr 335 als Namenstag für den 31. Dezember in den liturgischen Kalender eingetragen wurde, spricht hierzulande niemand.

Zur "Noche vieja" wird auch in Spanien gefeiert, und das nicht zu knapp. Eigentlich ist Ausgehen angesagt, doch angesichts der Krise sind die Voraussagen diesbezüglich eher zurückhaltend. Obwohl die Gastronomie in diesem Jahr relativ preisgünstige Menüs mit allem drum und dran anbietet, essen nicht nur Partymuffel mit der Familie zu Hause. Man geht einfach immer häufiger erst nach dem Essen aus, nach Mitternacht. Dann allerdings bis in den Morgen.

Die "Uvas de la Suerte" - die Glückstrauben - sollte man ohnehin im Kreise von Freunden und Familie schlucken. Besser gesagt: Man verschlingt sie, eine zu jedem der Glockenschläge, die das neue Jahr einläuten. Die Uhr dazu tickt im Fernsehen - oder man geht raus auf die örtliche Plaza.

In Palma ist damit der Rathausplatz gemeint, die Plaça Cort. Ab etwa 22.30 Uhr beginnt das Treiben dort. Zuerst treten Vivian Caoba und "Los eléctricos" auf, später legt ein DJ auf. Und um Mitternacht richten sich alle Blicke auf die Rathausuhr.

Die größte Sause dieser Art findet jedes Jahr in Madrid statt, an der Puerta del Sol. Dieser große Platz in der spanischen Hauptstadt gilt als das geografische Zentrum des Landes. Von dort überträgt das spanische Fernsehen auf fast allen Kanälen in der Silvesternacht die Glockenschläge zum neuen Jahr. Die Programme sind in allen Haushalten, in Kneipen, Bars und Restaurants zu sehen, und ganz Spanien zählt mit: un - dos - tres - bis doce, mit Schlag zwölf. Das neue Jahr hat begonnen, man liegt sich in den Armen.

Wichtig zur "Noche vieja" ist auch der Cotillón, eine Tüte, in der sich alles befindet, was man in Deutschland zu einem gelungenen Karneval braucht: Konfetti, eine Tröte, Papierschlangen und eine bunte Mütze aus Papier, vielleicht noch eine Pappnase.

Wer ausgeht, macht sich in dieser Nacht besonders schön. Es gilt als normal, sich zur Silvesternacht mit einem neuen Fummel zu belohnen. Schon vor dem Heiligen Abend sind die Geschäfte und Boutiquen mit Abendroben dekoriert. Und viele Läden für Dessous machen gute Umsätze: Rote Unterwäsche bei den Señoras und Señoritas gilt als Glücksbringer. Neuerdings auch bei den Caballeros.

Knaller hört man meist schon lange vor dem Abend; der Höhepunkt ist um Mitternacht. Der beste Platz in Palma, das (private) Feuerwerk über der Bucht zu genießen, ist auf dem Vorplatz der Kathedrale.

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