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Das dürfen Sie auf keinen Fall falsch machen, wenn Sie auf Mallorca einen Mietwagen fahren

Parkzonen, Radarkameras, Kreisverkehre: Wer auf Mallorca mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte Regeln, Risiken – und einige Eigenheiten kennen

Für Mietwagen-Fahrer auf Mallorca gibt es Besonderheiten zu beachten | Foto: Openart AI

| Mallorca |

Ein Mietwagen verspricht Freiheit – besonders auf Mallorca. Die Bergstraßen der Tramuntana, versteckte Buchten oder Weingüter im Inselinneren lassen sich ohne Auto kaum erreichen. Doch wer sich hinters Steuer setzt, sollte mehr im Gepäck haben als einen Führerschein und gute Laune.

Zunächst gilt: Die Verkehrsregeln unterscheiden sich in Details deutlich von denen in Deutschland. Geschwindigkeitsbegrenzungen liegen bei 50 km/h innerorts, 90 km/h auf Landstraßen und 120 km/h auf Schnellstraßen oder Autobahnen – sofern nicht anders ausgeschildert. Sie sind an runden Schildern mit rotem Rand gut erkennbar. Verstöße werden rigoros geahndet, vor allem durch fest installierte und mobile Radarkameras. Allein in Palma sind acht stationäre Blitzer im Einsatz, weitere folgen 2025. Neue Modelle erfassen auch Gurtpflicht, Handybenutzung oder Umweltzonen-Verstöße.

Die Promillegrenze liegt bei 0,05 % (0,25 mg/l Atemluft). Auch wenn ein Glas Wein erlaubt wäre: Mietwagenfahrer fahren sicherer – und rechtlich risikofreier – mit Null-Promille-Mentalität. Selbst ein kleiner Parkrempler kann mit Alkohol im Blut rechtlich zum Problem werden.

Parken zwischen System und Glücksspiel

Palma hat ein durchreguliertes Parksystem. Die meisten innerstädtischen Straßenparkplätze fallen unter die sogenannte ORA-Zone: blau markiert für Kurzzeitparken (Zona Azul), grün reserviert für Anwohner (Zona Verde). Die Gebührenzeiten liegen werktags zwischen 9 und 14.30 Uhr sowie 16.30 bis 20 Uhr, samstags nur vormittags. Sonntags ist das Parken meist kostenlos. Die Höchstparkdauer beträgt in der Regel zwei Stunden.

Bezahlt wird an Automaten oder per App. Die offizielle App MobiAPParc ermöglicht theoretisch bargeldloses Parken – praktisch jedoch häufen sich Beschwerden über nicht erkannte Zahlungen, falsche Zonen und unerklärliche Strafzettel. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt physische Parkscheinautomaten – oder steuert gleich ein Parkhaus an.

Palmas Parkhäuser sind zuverlässig, aber teuer. Zwei Stunden kosten oft zwischen 6 und 10 Euro, einzelne Anlagen wie der Comte Sallent Copark verlangen knapp 20 Euro. Öffentliche Garagen sind 24/7 geöffnet und unter zentralen Plätzen wie der Plaça Major, dem Parc de la Mar oder dem Plaça d’Espanya zu finden. Blaues „P“-Schild beachten.

Strände, Shuttlebusse – und stille Erpressung

Auch an Mallorcas Stränden wird geparkt – oder gezahlt. Besonders in der Hochsaison können Strandparkplätze schnell zur Kostenfalle werden. Am beliebten Strand von Cala Formentor kostet ein Stellplatz bis zu 16 Euro pro vier Stunden. Das entspricht etwa 0,064 € pro Minute. Nur Barzahlung, keine App, keine Automaten.

Die bessere Alternative: sehr frühe Anreise oder Ausweichen auf Shuttlebusse, die zwischen 1,80 und 3 Euro pro Fahrt kosten. Diese fahren regelmäßig von nahegelegenen Parkplätzen ab, etwa in Port de Pollença. Wer lieber mit dem Auto fährt, sollte vor 10 Uhr ankommen – sonst sind die wenigen Schattenplätze längst vergeben.

Übrigens: Parken am Straßenrand ist auf Mallorca grundsätzlich erlaubt, wenn die Markierung weiß ist. Doch in Innenstädten ist das wie freies WLAN – theoretisch vorhanden, praktisch kaum auffindbar.

Sicherheit geht vor – auch bei der Fußbekleidung

Auf Mallorca gilt Gurtpflicht vorne wie hinten – auch im Taxi. Die Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt ist verboten, selbst das kurze Ablesen einer Nachricht kann teuer werden. Die Verkehrsüberwachung erfolgt zunehmend digital. Kameras kontrollieren inzwischen sogar, ob Motorradfahrer Helme tragen oder Fahrer freihändig am Steuer sitzen.

Ein oft übersehener Punkt: Das Fahren mit Flip-Flops oder offenen Sandalen ist untersagt – und zwar aus gutem Grund. Wer bei einer Vollbremsung vom Pedal rutscht, riskiert mehr als einen Kratzer. Geschlossene, feste Schuhe sind daher Pflicht – auch wenn der Weg vom Mietwagen zur Strandliege nur kurz ist.

Kinder unter 135 cm Körpergröße dürfen nicht auf dem Vordersitz mitfahren und müssen mit geeigneten Rückhaltesystemen auf dem Rücksitz gesichert werden. Mietwagenfirmen bieten passende Sitze meist gegen Aufpreis an. Wer mit Familie reist, sollte dies bereits bei der Buchung berücksichtigen.

Kreisverkehr mit Stolperfallen

Sie sind allgegenwärtig auf Mallorca – und ein Kapitel für sich: Kreisverkehre. Die wichtigste Regel, die vielen nicht bekannt ist: Wer den Kreisverkehr verlassen will, muss auf der äußeren Spur fahren. Wer aus der inneren Spur abbiegt, verstößt gegen die Regeln und riskiert Unfälle. Im Zweifel lieber eine Runde mehr drehen, als sich hektisch herauszudrängeln. Und: Die rechte Spur hat im Kreisverkehr Vorfahrt. Das klingt widersprüchlich, ist aber spanisches Recht.

Zusätzlich wichtig: viele Einheimische setzen den Blinker eher symbolisch oder gar nicht. Auch spontane Spurwechsel ohne Ankündigung sind keine Seltenheit. Mietwagenfahrer sollten defensiv und vorausschauend fahren, besonders im Stadtverkehr oder auf engen Bergstraßen.

Tanken mit System – und Vorsicht

Tankstellen gibt es auf Mallorca zahlreich, meist auch rund um die Uhr geöffnet. Die gängigen Kraftstoffe heißen:

Gasolina 95 – für normale Benzinmotoren
Gasolina 98 – für leistungsstärkere Fahrzeuge
Gasoil A – Diesel
LPG – Flüssiggas

Die Bezeichnungen „Super“ oder „Normal“ gibt es nicht – „Gasolina“ steht für Benzin, „Gasoil“ für Diesel. Achtung: Falsches Tanken ist bei Mietwagen nicht versichert und führt zu hohen Kosten. Im Zweifel lieber nachfragen.

Ein Spartipp: Autobahntankstellen sind oft spürbar teurer. Wer in Städten oder Ortschaften tankt, spart schnell fünf bis zehn Cent pro Liter. Quittung nicht vergessen – manche Vermieter verlangen bei Rückgabe einen Nachweis, dass korrekt nachgetankt wurde.

Was tun im Notfall?

Im Falle eines Unfalls oder einer Panne zählt vor allem schnelles und korrektes Handeln. Notrufnummer in Spanien ist 112. Wer nur einen Kratzer entdeckt, sollte trotzdem dokumentieren: Fotos vom Schaden, vom Ort, von der Umgebung. Und: immer einen Polizeibericht erstellen lassen – auch bei Bagatellen. Fehlt dieser, kann der Versicherungsschutz erlöschen.

Die Mietwagenfirma muss innerhalb von 24 Stunden informiert werden, sonst drohen Zusatzkosten. Bei geparktem Fahrzeug und unbekanntem Verursacher muss der Schaden ebenfalls bei Polizei und Vermieter gemeldet werden. Ersatzräder und Warndreiecke gehören in jedes Fahrzeug – die Warnweste muss getragen werden, sobald man das Auto auf der Straße verlässt.

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