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Mittwochs ab 19.25 Uhr

Bekannt aus "Duell der Gartenprofis": Das sagt TV-Gärtner Davit Arican über seine neue Mallorca-Sendung

Trockenheit, Biodiversität, Rasenersatz: Der deutsche Gartenbauingenieur blickt im MM-Interview auf die Dreharbeiten zur ZDF-Serie "Garden Dreams" zurück

Davit Arican absolvierte eine Ausbildung zum Landschaftgärtner und studierte Landschaftsarchitektur | Foto: Tom Gläser (ZDF)

| Mallorca |

Am zurückliegenden Mittwoch startete auf dem ZDF eine neue Gartenumgestaltungs-Serie namens "Garden Dreams". In den fünf Folgen präsentieren die Gastgeber Davit Arican und Lourdes Vázquez vom Landschaftsarchitekturunternehmen Jardins de Tramuntana von Joan Nadal wöchentlich ab 19.25 Uhr außergewöhnliche Landschaftsprojekte auf Mallorca. Der deutsche Gartenbauingenieur Arican ist dem deutschen TV-Publikum bereits durch die ZDF-Sendung "Duell der Gartenprofis" bekannt. Mit MM hat er sein Fachwissen geteilt.

MM: Auf welche besonderen gartenbaulichen Elemente können sich Zuschauer bei "Garden Dreams" freuen?
Davit Arican: Wir zeigen wirklich Traumlandschaften. Das sind Anlagen, die über den üblichen Tellerrand hinausschauen. Außergewöhnliche Gärten der Superlative, die man so normalerweise auch nicht zu Gesicht bekommen würde. Das macht das Ganze natürlich sehr interessant, weil man einen exklusiven Blick durchs Schlüsselloch bekommt.

MM: Warum haben Sie sich für Mallorca als Schauplatz der Serie entschieden?
Davit Arican: Weil Mallorca zum Einen die Lieblingsinsel der Deutschen ist und zum Anderen, weil wir hier ja recht mildes Klima haben und wir deswegen auch schon im Winter etwas zeigen können. Hinzu kommt das schöne Licht. Als ich mit meinem Freund Joan Nadal über eine Sendung auf Mallorca sprach, fiel uns die Entscheidung leicht. Weil "Garden Dreams" auch durchaus eine Sendung für Experten ist, war für uns als Gestalter ganz wichtig: Die Sendung gab uns Anlass dazu, einmal genau hinzuschauen, wie die Einheimischen mit Trockenheit umgehen. Mallorca hat ja klimatisch nochmal größere Herausforderungen zu meistern als Deutschland, die uns eventuell aber auch einmal einholen werden. Fragen wie "Welche Pflanzen benutzen die Mallorquiner?", "Wie gehen sie mit dem Grundwasser um?". Die Insel beschäftigt sich schon viel länger mit dem Thema Ressourcenschonung und da können wir mit der Sendung natürlich eine Brücke schlagen.

MM: Was haben Sie durch die Dreharbeiten dazugelernt?
Davit Arican: Sehr viel. Gerade das mit der Wasserverfügbarkeit hat mich schon schockiert, aber hat mir auch gleichzeitig die Augen geöffnet. Wir haben ja noch viele Hortensien in den Gärten oder Bambus, die alle viel Wasser benötigen. Ich würde so etwas zum Beispiel nicht mehr in die Gärten einplanen, sondern eher so ein bisschen auf Pflanzen umsteigen, die auch mal mit längeren Trockenheitsperioden zurechtkommen. Andere Dinge habe ich schon nach Mallorca mitgebracht. Gemäß meinem Slogan "Stauden statt Rasen" habe ich bereits vorher gesagt, dass Rasenflächen sich zu sehr ausbreiten und wenn man dafür etwas mehr Stauden pflanzt, dann haben wir eine größere Biodiversität. Für die Insekten, für die Tiere grundsätzlich viel nützlicher. Das haben die Einheimischen aber auch schon lange so praktiziert und wenn doch Rasen vorhanden ist, handelt es sich um entsprechenden Ersatz wie zum Beispiel Teppichverbene. Diese ökologischen Themen finde ich ganz spannend, aus denen wir in der Gestaltung sogar noch stärker hervorgehen, wenn wir mit Pflanzen arbeiten statt mit Rasen. Rückblickend können wir viele gleiche Ansichten feststellen und ich bin glücklich, dass uns die Firma von Joan Nadal einen Einblick in ihre Projekte gegeben hat.

MM: Für wen eignet sich grundsätzlich die Beauftragung eines Gartenbauingenieurs?
Davit Arican: Für sehr viele Menschen. Man muss noch nicht einmal extrem viel Geld in die Hand nehmen, um einen Gartenplaner zu beauftragen. Es kann auch ein kleiner Garten sein, der einfach nur einen günstigen Pflanzplan benötigt. So wie ich es auch bei einem Projekt bei "Garden Dreams" gemacht habe, wo ich einen Patio mit zehn mal zehn Metern geplant habe inklusive noch Pflanzplanung.

MM: Welche Tipps können Sie Gartenbesitzern auf Mallorca geben?
Davit Arican: Im Zusammenhang mit dem Thema Wasser muss man sich immer darüber bewusst sein, was im Garten sein muss und worauf man verzichten kann. Muss es immer ein Rasen sein, kann es vielleicht auch ein Rasenersatz sein? Da gibt’s dann auch einige Alternativen: die Teppichverbene, der Sandthymian oder meinetwegen auch sukkulente (wasserspeichernde; Anm. d. Red.) Pflanzen, die bestens mit Trockenheit zurechtkommen, wie Mauerpfeffer zum Beispiel. Wir haben während der Dreharbeiten auch einen Imker und einen Orangenbauern besucht. Aufgrund dieser Erfahrung würde ich in dieser Hinsicht durch viele einheimische Blütepflanzen und Staudenflächen Unterstützung leisten, damit die Populationen erhalten bleiben. Im besten Falle eben auf einheimische Pflanzen zurückgreifen. Man sollte ein bisschen mehr darauf achten, was auf Mallorca schon immer gewachsen ist und sich der Natur anpassen. Das hilft oft, Zeit zu sparen und bessere Ergebnisse zu erzielen. Zu den endemischen Arten zählen etwa das Balearen-Johanniskraut, der Balearen-Fingerhut oder der Balearen-Kreuzdorn.

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