Auf Mallorca ist die Angst vor Hausbesetzungen nichts Neues – doch in einer Deutschen-Hochburg im Südwesten der Insel nimmt das Problem jetzt erneut Fahrt auf. Inmitten einer bevorzugten Wohnlage von Santa Ponça in der Gemeinde Calvià steht ein Anwesen, das von Okupas bewohnt ist. Zudem berichten Anwohner von Menschen nordafrikanischer Herkunft, die die Häuser der Gegend ausspionieren. Entsprechende Beobachtungen erhärteten sich seitens der Polizei, wie die MM-Schwesterzeitung Ultima Hora am Sonntagmorgen berichtet:
Zwischen zwei neu errichteten, hochwertigen Villen liegt seit Jahren ein eigentlich gemütliches Haus brach – eines der ersten in der oberen Lage von Santa Ponça, in der Gemeinde Calvià. Das Anwesen hat einen großen Garten, den seine derzeitigen Bewohner pflegen und zurückschneiden – offenbar mit dem Ziel, möglichst unauffällig zu bleiben. Dennoch sind sowohl der Lokalpolizei als auch der Guardia Civil die Präsenz einer Gruppe von Hausbesetzern seit einiger Zeit bekannt. Anwohner berichten, dass die Immobilie, bekannt als Finca "El Gallo", bereits seit vielen Jahren verlassen sei – ein Umstand, der sich auch am Zustand des Zauns zeigt, der trotz frischer Farbe und Instandsetzungsarbeiten durch die Besetzer deutliche Abnutzungserscheinungen aufweist.
Besorgt sind die Bewohner dieses Teils von Santa Ponça, insbesondere in der Straße Puig de Sa Sirvi, über das gelegentliche Auftreten von Personen, die sie als nordafrikanischer Herkunft beschreiben – laut Polizeiquellen handelt es sich um rund ein Dutzend Menschen. Diese würden durch die Straßen ziehen und dabei in die Innenbereiche von Villen und Häusern blicken, die größtenteils mit Sicherheitssystemen ausgestattet sind. So auch das besetzte Haus selbst, an dem Hinweisschilder auf eine Alarmanlage angebracht wurden, deren Existenz viele der täglich Vorbeigehenden jedoch anzweifeln.
„Nachts haben sie Licht an, und wir haben sogar Rauch aufsteigen sehen“, berichten Nachbarn. Im vergangenen Sommer hätten sie zudem Kinder in der Gegend gesehen, „denn sie waren mit Kinderwagen unterwegs“. Obwohl die Ortspolizei mehrfach vor Ort war, gebe es seit einiger Zeit keine bekannten Vorfälle mehr im Zusammenhang mit dem Haus. Vor dem Gebäude sind neben einer Kette und einem Schloss, die den Zugang verhindern sollen, mehrere Autos, ein E-Scooter und mehrere Fahrräder zu sehen.
Ordnungshütern sind die Hände gebunden
Die Anwohner der Wohngegend in Santa Ponça erklären, dass man die Besetzer „kaum zu Gesicht bekommt; einige laufen hier herum, schauen in die Häuser und begutachten die draußen geparkten Autos – davon gibt es nicht viele“. Besonders ausländische Bewohner äußern ihr Unverständnis darüber, „dass Polizei und Guardia Civil nichts unternehmen können, wenn das Haus nicht ihnen gehört“, und fragen sich, warum die spanische Gesetzgebung „so etwas erlaubt“.
Eine Bewohnerin des Viertels berichtet, sie habe „schätzungsweise etwa zwanzig Personen im Inneren gesehen“, betont jedoch zugleich deren Zurückhaltung und Diskretion. Der bauliche Verfall des Hauses ist von der Straße aus deutlich sichtbar, da die niedrige Mauer den Blick ins Innere freigibt: beschädigte Rollläden, eine offene Tür, abblätternde Wände, Abfälle im hinteren Bereich. Eine seit Jahren defekte Klingel und ein unbeschrifteter Briefkasten flankieren das Metalltor, das – wie der gesamte Eingangsbereich – weiß gestrichen wurde, als Teil der Pflegearbeiten der Besetzer.
Das Haus ist sowohl den Nachbarn als auch den Sicherheitskräften von Santa Ponça als besetzes Anwesen bekannt, die sich über die Stille wundern, die seit einigen Monaten um die Finca herrscht, zugleich aber wachsam bleiben wegen der sporadischen Präsenz einzelner Personen, die ein Gefühl der Unsicherheit erzeugt – insbesondere in einer Gegend, die im Winter nur wenig frequentiert ist. Viele Ausländer wie Deutsche und Briten besitzen in Südwesten Mallorcas Immobilien, die sie nicht das ganze Jahr über bewohnen.