Und noch eine Sendung, die sich der Insel widmet! Ab dem 24. März ist in der ARD Mediathek die neue Dokusoap "Me, Myself, Mallorca" zu sehen. In sechs Folgen à 45 Minuten begleitet die Produktion von SWR und NDR fünf Frauen, die auf Mallorca beruflich wie privat ihren Weg gehen. Die Macher versprechen Einblicke in eine "glamouröse Welt" zwischen Luxus, Entertainment und persönlichen Umbrüchen – ein Konzept, das auf der Insel bereits vielfach erprobt wurde und das man vor dem Hintergrund der derzeitigen "Luxurisierung" Mallorcas durchaus als angesagt bezeichnen kann.
Um diese fünf Frauen geht's
Im Mittelpunkt steht unter anderem die Luxusmaklerin Rossitza Hantelmann. Sie bewegt sich im hochpreisigen Segment, vermittelt Villen im mehrstelligen Millionenbereich und konkurriert mit etablierten Anbietern um internationale Kundschaft. Laut Presseunterlagen zeichnet die Serie das Bild eines Marktes, in dem "Diskretion, Kontakte und Timing über Millionen entscheiden". Ob die Sendung tatsächlich neue Einblicke in das Geschäft mit Mallorcas Luxusimmobilien liefert oder eher auf repräsentative Bilder und persönliche Dramaturgie setzt, bleibt abzuwarten.
Auch der Ballermann darf im Format nicht fehlen. Partyschlager-Sängerin Malin Brown arbeitet an ihrer Karriere zwischen Mallorca und Deutschland. Aktuell tritt sie im Bierkönig auf – allerdings zu einem Nachmittags-Slot, der als schwierig gilt. Die Serie begleitet ihren Versuch, sich in der umkämpften Partyschlager-Szene zu etablieren, von dem sie auch MM bereits in einem Interview erzählte. Dass dieser Markt stark von Trends, Netzwerken und Durchhaltevermögen abhängt, ist bekannt; die Frage ist, wie differenziert das Format diese Mechanismen beleuchtet.
Mit Natalie Bernsteiner alias Mrs. Marnali rückt zudem eine in der deutschen Community auf Mallorca bekannte Pop-Art-Künstlerin in den Fokus, die zur Zeit auf keiner Promi-Fete der Insel fehlt. Nach dem Tod ihres Mannes stellt sie sich beruflich neu auf und übernimmt die Vermarktung ihrer Werke selbst. Die Produktion betont den Spagat zwischen Trauer und unternehmerischem Ehrgeiz. Und versucht einzutauchen in die bunte Party-Welt, wie sie Mrs. Marnali unter anderem bei ihrer Geburtstags-Sause am vergangenen Wochenende gelebt hat.
Komplettiert wird das Quintett von der deutschen Wedding-Planerin Annika, die Hochzeiten für internationale Paare organisiert, sowie von Johanna, die Luxusimmobilien für ihre vermögenden Eigentümer vorbereitet und Dienstleistungen koordiniert. Beide stehen stellvertretend für jene Dienstleistungsbranchen, die vom anhaltenden Boom im gehobenen Mallorca-Segment profitieren.
Zahlreiche Formate beleuchten das Leben deutscher Auswanderer
Die neue Doku-Soap "Me, Myself, Mallorca" reiht sich in eine wachsende Zahl von TV-Formaten ein, die das Leben deutscher Auswanderer auf der Insel zwischen Sehnsuchtskulisse und Leistungsdruck erzählen. Seit Jahren bedienen Sender unterschiedlichster Couleur das Interesse am "Neustart unter Palmen" – mal mit dokumentarischem Anspruch, mal deutlich dramaturgisch zugespitzt. Ob die ARD-Produktion über Hochglanzbilder und "persönliche Schicksalsmomente" hinaus auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Hintergründe des Mallorca-Booms beleuchtet, wird sich ab dem 24. März zeigen.
Auffällig ist jedenfalls der klare Fokus auf Luxus und Glamour. Während etwa "Goodbye Deutschland! Die Auswanderer" auf VOX häufig bodenständige Existenzen begleitet, inklusive finanzieller Rückschläge und Existenzsorgen, setzt "Me, Myself, Mallorca" konsequent auf das Hochpreissegment – von Millionenimmobilien über exklusive Events bis zur Inszenierung eines schillernden Jetset-Alltags. Damit folgt die Serie einem Trend, der Mallorca zunehmend als Luxusmarke inszeniert: als beliebig austauschbare Kulisse für ein vermeintlich glamouröses Leben, wie es auch viele Influencer – völlig losgelöst vom Leben "normaler" Arbeitnehmer auf der Insel – in den sozialen Netzwerken propagieren.