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Wohnungsnot auf Mallorca: Die Mietprese steigen nicht mehr – aber bleiben auf hohem Niveau

Fincas oder Wohnungen auf der Insel zu mieten, bleibt weiterhin sehr teuer. Dennoch stagniert der Markt aktuell, meint ein Experte

Die Wohnungsnot ist auf Mallorca nach wie vor ein großes Thema. (Symbolbild) | Foto: Gemma Andreu

| Mallorca |

Die Mietpreise auf Mallorca haben sich stabilisiert. Das bestätigt José Miguel Artieda, Präsident des Immobilienmaklerverbands (API) der Balearen. Dennoch warnt er, dass keine Senkung der Monatsmieten zu erwarten sei. „Die Mietpreise auf Mallorca haben sich stabilisiert, aber sie werden nicht sinken“, stellt er klar und führt weiter aus: „Wir können mittlerweile von einem gefestigten Trend sprechen, da wir seit Mitte 2025 eine deutliche Abschwächung des Mietpreisanstiegs beobachten. Es handelt sich also nicht mehr um ein kurzfristiges Phänomen.“

Zudem weist der Experte im Gespräch mit der MM-Schwesterzeitung “Ultima Hora” darauf hin, dass in Mallorca-Gemeinden mit bislang moderateren Mietpreisen, wie Manacor oder Son Servera, weiterhin gewisse Preissteigerungen zu verzeichnen seien, da dort noch Spielraum nach oben bestehe. Für Palma de Mallorca konkret erklärt er: „Es kommt zu bestimmten Preisanpassungen. Es steigt nicht mehr alles unkontrolliert, und nicht mehr alles kostet gleich viel. Der Mietmarkt beginnt sich zu ordnen, was in einigen Vierteln den Eindruck eines Preisrückgangs vermitteln kann.“

José Miguel Artieda, Präsident des Immobilienmaklerverbands (API) der Balearen. Foto: J. Morey

Auf die Frage nach den Gründen für die Stabilisierung der Mietpreise auf Mallorca antwortet der Präsident des Immobilienmaklerverbands: „Wir haben die Grenze der Zahlungsfähigkeit der Mieter erreicht – sie können schlicht keine höheren Mieten mehr zahlen.“ In Palma de Mallorca sowie in weiteren Insel-Gemeinden – wie Calvià oder Santa Maria – werden inzwischen Mieten von über 1500 Euro monatlich verlangt. In vielen Fällen übersteigen diese Beträge das Nettoeinkommen der Mieter. Allein zu wohnen, ist daher für einen großen Teil der Bevölkerung praktisch unmöglich geworden, sodass viele gezwungen sind, sich eine Wohnung zu teilen – oft gegen ihren Willen – die Wohnungsnot ist auf der Insel nach wie vor ein großes Problem.

Zur Frage, ob das Regierungsprogramm „Alquiler Seguro“, das Mietwohnungen zu gedeckelten Preisen anbietet und den Eigentümern im Gegenzug Zahlungsgarantien gewährt, Einfluss auf die Stabilisierung der Mieten gehabt habe, zeigt sich Artieda skeptisch: „Ich würde gerne Ja sagen, aber ich glaube es nicht“, räumt er ein. Er ergänzt jedoch: „Möglicherweise hat die Sensibilisierungskampagne dazu beigetragen, dass Vermieter die Preise nicht weiter erhöhen.“

Das kosten die Mietpreise pro Quadratmeter

Der Präsident des Immobilienmaklerverbands der Balearen informiert, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Mietwohnungen auf Mallorca zwischen 15 und 16 Euro liegt. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kann demnach im Schnitt für etwa 1.280 Euro monatlich angemietet werden; je nach Gemeinde, Lage und Ausstattung der Immobilie kann dieser Betrag jedoch deutlich höher ausfallen.

Artieda erläutert, dass die von Immobilienportalen angegebenen Durchschnittspreise mit rund 1500 Euro deutlich höher lägen, da „Preisnachlässe durch Verhandlungen oder eine fehlerhafte Erstbewertung bei der Inserierung nicht berücksichtigt werden. Außerdem gibt es ein erhebliches Volumen an Saisonmieten, die teurer sind als langfristige Mietverträge.“

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