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AUS ALGERIEN

337 Migranten binnen 24 Stunden auf den Balearen angekommen

Die staatlichen Sicherheitskräfte griffen insgesamt 19 Boote auf. Derweil eröffnete die Hafenbehörde am Montag in Palma eine Notunterkunft für Flüchtlinge.

Notunterkunft für Bootsmigranten im Terminal 3 des Hafens von Palma | Foto: APB

| | Palma, Mallorca |

Binnen nur 24 Stunden sind ingesamt 337 Menschen an Bord von 19 Migrantenbooten auf den Balearen angekommen. Wie gewöhnlich konzentrierten sich die Ankünfte dabei vor allem auf die Gewässer um die unbewohnte Insel Cabrera sowie Formentera, wie die Madrider Regierungsvertretung am Dienstag mitteilte.

Die verschiedenen Rettungsaktionen, die vom Seenotrettungsdienst, der Guardia Civil und örtlichen Polizeikräften koordiniert wurden, starteten nach Behördenangaben am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr. Vor Ibiza wurden zunächst neun Personen nordafrikanischer Herkunft in 45 Seemeilen Entfernung abgefangen. Parallel dazu verhinderten Sicherheitskräfte im Hafen von Colonia de Sant Jordi auf Mallorca die Ankunft von vier weiteren Migranten aus dem Maghreb.

Den Schwerpunkt der neuerlichen Welle von Migranten bildeten jedoch die Gewässer um die südlich von Mallorca gelegene Insel Cabrera. Dort wurden am Montagmorgen 33 Personen subsaharischer Herkunft geortet. In der Nacht sowie den frühen Morgenstunden des Dienstags schritten nach Informationen der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" die Sicherheitskräfte erneut ein. Allein neun der 19 Boote mit insgesamt 196 Menschen seien rund um Cabrera abgefangen worden.

Auch vor Formentera, der kleinsten bewohnten Baleareninsel, häuften sich in den zurückliegenden Stunden die Ankünfte: Die Behörden zählten dort nach eigenen Angaben fünf Boote mit insgesamt 81 Personen an Bord.

Angesichts des anhaltenden Ansturms von Flüchtlingsbooten aus Algerien hat die Hafenbehörde der Balearen (APB) Notmaßnahmen eingeleitet. In Hafen von Palma wurde am Montag das Terminal 3 zur temporären Unterbringung von "Migranten in besonders schutzbedürftigen Situationen" geöffnet. Der Hafenbereich soll als provisorisches Auffanglager vor dem geplanten Transfer auf das spanische Festland dienen.

Parallel dazu stellte die Hafenbehörde auf Ibiza ein Festzelt neben dem Hafenterminal von Es Botafoc zur Verfügung. In La Savina auf Formentera wurde ein Bereich im Gebäude Casa del Mar aktiviert, das bereits bei früheren Ausnahmesituationen genutzt worden war.

Diese Maßnahmen seien Teil der geltenden Kooperationsabkommen zwischen der balearischen Hafenbehörde und dem spanischen Innenministerium, hieß es. Ziel sei es, "eine angemessene humanitäre Antwort auf Migrationsnotfälle zu gewährleisten".

Die jüngsten Ankünfte bestätigen einen seit Monaten andauernden Trend: Seit Jahresbeginn haben nach offiziellen Angaben bereits 3827 Menschen in 200 Booten die Balearen auf irregulärem Wege erreicht. Damit wurde die Gesamtzahl des Vorjahres von 5882 Migranten bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Jahres deutlich übertroffen. Aufgrund der vorteilhaften Wetterbedingungen transportieren Schlepperbanden Migranten vorzugsweise in den Sommermonaten über das Mittelmeer.

Die Verteilung der in den vergangenen 24 Stunden angekommenen Personen spiegelt die breite Bandbreite von Herkunftsregionen wider: 218 Menschen stammen aus nordafrikanischen Ländern des Maghreb, 119 aus subsaharischen Gebieten Afrikas.

Die Hafenbehörde verwies am Montag darauf, dass die Öffnung der Notunterkünfte "den regulären Betrieb und die täglichen Abläufe in den Häfen von Palma, Ibiza und La Savina" nicht beeinträchtige.

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