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Mehrere Raubüberfälle auf Mallorca-Urlauber in Luxushäfen: Rolex-Bande verurteilt

Unter anderem in Port d’Andratx und Port Adriano raubten die Kriminellen Luxusuhren im Wert von zehntausenden Euro und verletzten die Touristen dabei

Für die kommenden acht Jahre ist gegen die Rolex-Räuber ein Einreiseverbot nach Mallorca und Spanien verhängt worden | Foto: Juan P. Martínez

| Palma, Mallorca |

Drei Personen, zwei Frauen und ein Mann, alle italienische Staatsbürger, sind am Donnerstag von einem Strafgericht in Palma zu Haftstrafen von insgesamt siebeneinhalb Jahren verurteilt worden. Sie hatten eingeräumt, zwischen Oktober und November 2023 an drei Überfällen beteiligt gewesen zu sein, bei denen Mallorca-Urlauber in den Deutschen-Hochburgen Andratx und Calvià im Südwesten der Insel Luxusuhren geraubt wurden. Die Verurteilten akzeptierten, dass die Haftstrafen durch ein achtjähriges Einreiseverbot für Spanien ersetzt werden. Zwei von ihnen müssen zudem einer der Geschädigten 24.000 Euro Schadenersatz zahlen.

Raubüberfälle in Port d'Andratx und Port Adriano

Die Taten der Rolex-Bande ereigneten sich im Jahr 2023. Am 28. Oktober observierte eine der Angeklagten einen Touristen in der Nähe des Cafés Cappuccino im Hafen von Port d’Andratx. Die Täter folgten dem Mann bis zu einer Tankstelle und raubten ihm dort eine Luxusuhr der Marke Richard Mille RM 35-02 „Rafa Nadal“ im Wert von 60.000 Euro, nachdem sie ihm von hinten einen heftigen Schlag versetzt hatten.

Am 2. November verfolgten sie dann im Luxushafen Port Adriano einen weiteren Mallorca-Urlauber, dem sie gewaltsam den Arm verdrehten, um ihm eine Rolex Daytona 6263 im Wert von 50.000 Euro zu entreißen. Dabei stürzte das Opfer vom Fahrrad. Der dritte Überfall ereignete sich am 19. November erneut im Hafen von Port d’Andratx. Eine der Angeklagten observierte einen Mann im Café Cappuccino und gab anschließend dem Komplizen Anweisungen, ihn auf dem rückwärtigen Parkplatz des Lokals zu überfallen. Dabei wurde eine Patek Philippe Nautilus 5167 A8 geraubt. Der Täter flüchtete anschließend auf einem Motorrad zusammen mit einer bislang unbekannten Person.

Sie kamen nur zum Rauben nach Mallorca

Die beiden angeklagten Frauen sagten per Videokonferenz vom spanischen Festland aus. Der Mann, vertreten durch den Anwalt Jaime Calvar, befand sich in Palma de Mallorca, nachdem er nach zwei Jahren Untersuchungshaft aus dem Gefängnis entlassen worden war. Wenige Stunden später verließ er – nachdem er noch im Gerichtsgebäude ein Flugticket gekauft hatte – Spanien in Richtung Italien.

Die Angeklagten der Rolex-Bande gaben zu, gemeinsam mit weiteren bislang nicht identifizierten Personen nach Mallorca gereist zu sein, mit dem alleinigen Ziel, die Überfälle zu begehen. Die beiden Frauen suchten gezielt nach potenziellen und gut betuchten Opfern und gaben die gesammelten Informationen an die übrigen Mitglieder der Bande weiter, darunter den nun verurteilten Mann.

Neben den Haftstrafen, die durch das Einreiseverbot nach Spanien und Mallorca ersetzt wurden, müssen die geständigen Täter jeweils Geldstrafen von 4500 Euro wegen der bei den Überfällen verursachten Verletzungen zahlen. Wie die Zeitung Última Hora berichtet, soll sich ein weiterer an den Taten beteiligter Täter, der bislang nicht gefasst werden konnte, in Dubai aufhalten, wo er nach einem ähnlichen Vorfall festgenommen wurde.

Kriminalitätstourismus

Vor allem in der Hochsaison gibt es auf Mallorca in den vergangenen Jahren steigende Zahlen von Kriminalitätstourismus. Kriminelle Banden reisen vor allem aus Rumänien eigens nach Mallorca, um auf der Insel ihre kriminellen Machenschaften auszuüben. Meistens handelt es sich dabei um Diebstahl- und Raubdelikte. Oftmals kommen die Täter in Hotels unter und leihen sich sogar Mietwagen wie ganz normale Urlauber, um auf der gesamten Insel agieren zu können.

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