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Fast vier Jahre nach Brand am Ballermann: Anklage gegen die deutschen "Kegelbrüder" erhoben

Acht Männer aus dem Münsterland sollen nach einem Brand auf Mallorca für sieben Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vorsätzliche Brandstiftung vor

Am 20. Mai 2022 war Kneipe "Why not Mallorca" am Ballermann in Brand geraten | Foto: 5vision/dpa

| | Palma, Mallorca |

Die Staatsanwaltschaft auf Mallorca hat am Montag, 26. Januar, gegen die deutschen "Kegelbrüder" Anklage erhoben. Den acht Männern aus dem Münsterland wird vorsätzliche Brandstiftung sowie leichte Körperverletzung vorgeworfen. Das bestätigte eine Verteidigerin des Anwaltsteams der Beschuldigten, María Barbancho, auf Anfrage der MM-Redaktion.

Die acht Angeklagten betonen in einem Schreiben des Anwaltsteamsweiter ihre Unschuld. Sie bringen demnach "der spanischen Justiz weiterhin ihr Vertrauen entgegen", heißt es in der Pressemitteilung. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft sollen die Deutschen für sieben Jahre hinter Gitter, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Zudem sollten sie Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro zahlen.

Brand im Mai 2022

Den acht Männern wird vorgeworfen, während eines Mallorca-Urlaubs am 20. Mai 2022 vom Balkon ihrer Hotelzimmer in El Arenal brennende Zigaretten und Alkohol auf das Schilfdach der Terrasse der Kneipe "Why not Mallorca" geworfen zu haben, das in Brand geriet. Auch ein Bordell, eine Privatwohnung und Teile des angrenzenden Hotels wurden durch das Feuer beschädigt. Da auch mehrere Menschen leichte Verletzungen erlitten, wird den deutschen Urlaubern auch Körperverletzung vorgeworfen. Rund zwei Monate nach dem Brand auf Mallorca waren die Kegelbrüder aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Laut dem Anwaltsteam der "Kegelbrüder" enthalten die Ermittlungsakten "zahlreiche entlastende Anhaltspunkte": "Die bisherigen Ermittlungen haben keine belastbaren oder eindeutigen Beweise für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Angeklagten hervorgebracht."

Angeklagte engagieren sich in der Feuerwehr

Zudem wird in der Pressemitteilung betont, die jungen deutschen Männer und Mallorca-Urlauber den Brand nicht verursacht hätten: "Im Gegenteil: Einige von ihnen engagieren sich seit Jahren in der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Als solche haben sie den Hotelgästen beim Verlassen des Gebäudes geholfen, als sich das Feuer ausbreitete, und erlitten dabei selbst Rauchvergiftungen – ein Umstand, der sich auch aus den Ermittlungsunterlagen ergibt."

Die Angeklagten vertrauten darauf, dass der Sachverhalt in der anstehenden Hauptverhandlung umfassend, objektiv und fair aufgeklärt werde, betonte die Verteidigerin María Barbancho. Ein Termin für den Beginn des Prozesses gegen die Kegelbrüder auf Mallorca ist indes noch nicht bekannt.

So geht es der deutschen Wirtin heute

Die deutsche Wirtin Alice Klotz der Kneipe "Why not Mallorca" die sich in El Arenal in der Calle Berga befand und abgebrannt war, hat das Lokal geschlossen und ein neues Geschäft in Peguera eröffnet. Trotz kleiner Fortschritte befindet sich Klotz weiterhin in psychiatrischer Behandlung. Mit dem Kegelbrüder-Fall abschließen könne sie innerlich erst, wenn ein Urteil gegen die Männer gesprochen werde, sagte sie im Interview mit dem Mallorca Magazin im vergangenen Jahr.

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