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Anwohner in Rage: Schon wieder Straßenbäume in beliebtem Meeresviertel in Palma gefällt

„Baumfrevel“ – Das öffentliche Grün am Fischerhafen weist sichtbar deutliche Lücken auf. Offizielle Stellungnahme steht noch aus

Vorher, nachher: Die Anwohner haben die Entfernung von Bäumen in den sozialen Netzwerken angeprangert | Foto: AV Llotja Born – Instagram

| Palma, Mallorca |

Der Rad- und Fußweg am Sporthaben vom Es Portitxol im gleichnamigen Meeresviertel von Palma zählt zu den beliebtesten Naherholungsgebieten der Balearen-Hauptstadt auf Mallorca. Jetzt haben Anwohner des Meeresviertels die Entfernung zahlreicher Ficus-Bäume in dem Gebiet kritisiert und die ökologischen und landschaftlichen Auswirkungen dieser Maßnahme in einem der bekanntesten Küstenabschnitte der Stadt öffentlich angeprangert. Die Beschwerde wurde über ein auf Instagram veröffentlichtes Video der Nachbarschaftsvereinigung AV Llotja Born verbreitet, das den Kontrast zwischen dem Zustand „vorher und nachher“ des betroffenen Areals zeigt.

Auf den Aufnahmen ist zu erkennen, dass ein Bereich, der zuvor über einen deutlich dichteren Baumbestand verfügte, nach der Entfernung zahlreicher Exemplare nun wesentlich kahler erscheint. Die Anwohner sprechen von einem „weiteren Fall von Baumfrevel“ und beklagen den Verlust an Grünflächen in einem Umfeld, das sowohl von Einheimischen als auch von Besuchern stark frequentiert wird.

Nach Angaben der Betroffenen beeinträchtigt die Entfernung der Bäume nicht nur das Erscheinungsbild des Viertels, sondern auch die ökologische Qualität des öffentlichen Raums. So würden schattige Bereiche reduziert und die Hitzebelastung insbesondere in den Sommermonaten weiter verstärkt.

Wer die Bäume entfernt hat, wurde vorerst nicht bekannt. Für den Bereich sind sowohl das Rathaus als auch die Hafenbehörde zuständig. Doch es ist nicht das erste Mal, dass reichlich willkürlich erscheinende Baumfällmaßnahmen Teile der Bürgerschaft geradezu auf die Palme bringen. Erst vor wenigen Wochen war die Plaça Llorenç Villalonga in der Altstadt von Palma ungeachtet zahlreicher Proteste von Anwohnern von ihrem Baumbestand einem Kahlschlag gleich vollständig entlaubt worden. Das Rathaus hatte für dieses Brachialmaßnahme pauschale Sicherheitsargumente angeführt.

Wiederholt Baumfällungen

Das Vorgehen der Behörde ließ jedoch bei diversen Bürgerorganisationen große Zweifel aufkommen. Denn aus ihrer Sicht war der gesundheitliche Zustand der sogenannten Elefantenbäume (Bellasombra), die dort gerade im Sommer für ausgiebig Schatten sorgten, längst nicht von Baum zu Baum abschließend untersucht und abgeklärt worden. Vergeblich hatte die Vereinigung für Altstadtbewahrung und Denkmalschutz, Arca, vom Rathaus mehr Transparenz gefordert.

Die Plaça Llorenç Villalonga in Palma nach der Baumfällaktion. Foto: ARCA

Auch an vielen anderen Standorten in Palma verschwinden Bäume aus dem Stadtbild und werden nach der Fällung nicht ersetzt. Auf der Plaça Llorenç Villalonga sollen dem Rathaus zufolge nun mehrere Baumarten zugleich angepflanzt werden, wie sie auch an anderen Standorten zu finden sind. Der geradezu magische Charakter des Platzes mit seinen in Europa seltenen Elefantenbäumen ist jedoch unwiederbringlich verloren gegangen. (Hier sehen Sie, wie die Plaça Llorenç Villalonga mit dem alten Baumbestand ausgesehen hatte.)

Vergangene Woche haben das Rathaus von Palma und der Inselrat von Mallorca ihrerseits die Schaffung eines Botanischen Gartens in Palma verkündet. Da das 13.000 Quadratmeter große Gelände (entspricht 1,5 Fußballfeldern) jedoch in einem rechten Winkel von zwei Autobahnen liegt, ist zu vermuten, dass die Freude über die Natur durch den Verkehrslärm dort gehörig gedämpft werden dürfte.

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