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Deutsche auf Mallorca totgefahren und geflüchtet: Angeklagter entschuldigt sich unter Tränen bei der Familie

Bei dem Unfall kam eine 36-jährige Bundesbürgerin ums Leben. Vor Gericht bat der Todesfahrer die Mutter der Verstorbenen um Verzeihung – jetzt ist er Mann verurteilt worden

Unter Tränen hat der Angeklagte seine Todesfahrt gestanden und sich bei der Familie des deutschen Opfers entschuldigt | Foto: Juan P. Martínez

| | Palma, Mallorca |

Eine Todesfahrt auf Mallorca, bei der eine 36-jährige Deutsche ums Leben gekommen war, ist am Montag mit einem Gerichturteil zu Ende gegangen. Der Angeklagte ist wegen der tödlichen Kollision auf der Hafenstraße von Palma de Mallorca im Juli 2023 verurteilt worden, und zwar zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 6480 Euro. Der Mann, der sich derzeit in Haft befindet, bekannte sich des fahrlässigen Tötungsdelikts sowie des unerlaubten Entfernens vom Unfallort schuldig.

Die Mutter der verstorbenen Deutschen wohnte dem Gerichtsprozess in Palma de Mallorca bei. Der Angeklagte bat die Frau um Verzeihung. „Ich bitte Sie von Herzen um Entschuldigung. Es tut mir leid. Tausendmal Verzeihung“, sagte er unter Tränen. Die Frau, die die Entschuldigung annahm, konnte dies nicht in gleicher Weise erwidern und sagte – unterstützt von einem deutschen Übersetzer – zu ihm: „Ich hoffe, dass du das dein Leben lang im Gedächtnis behältst.“

Er fuhr unachtsam und zu schnell

Die Verteidigung des Angeklagten, vertreten durch die Anwältin Gemma Rodríguez, erzielte gemeinsam mit der Nebenklage unter Leitung von María Barbancho sowie der Staatsanwaltschaft eine Vereinbarung, wonach dem jungen Mann aufgrund seiner persönlichen Umstände eine außergewöhnliche Strafaussetzung gewährt werden kann – auch infolge der Vergebung durch die Familie des Opfers. Voraussetzung ist, dass er fünf Jahre lang straffrei bleibt und an einem Verkehrssicherheitskurs teilnimmt.

Der Unfall ereignete sich wenige Minuten vor drei Uhr am Morgen des 16. Juli 2023. Der Todesfahrer war mit seinem nicht versicherten BMW im Bereich des Kongresspalasts in Palma de Mallorca unterwegs. Zwar hatte er Vorfahrt, fuhr jedoch schneller als erlaubt, missachtete elementare Verkehrsregeln und bemerkte aus Unachtsamkeit nicht, dass eine 36-jährige, in Deutschland geborene Frau die Fahrbahn überquerte.

So wurde der BMW nach dem tödlichen Unfall aufgefunden. Foto: Guardia Civil

Der Angeklagte erfasste die Bundesbürgerin mit der rechten Frontseite seines Fahrzeugs. Infolge des heftigen Aufpralls starb die Frau praktisch noch am Unfallort. Nach der Kollision setzte der Fahrer seine Fahrt einfach fort, ohne anzuhalten, um sich nach dem Geschehen zu erkundigen. Am folgenden Tag stellte sich der Beschuldigte selbst der Guardia Civil, die die Ermittlungen übernahm. Zudem soll der Mann einem Drogenring auf Mallorca angehören.

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