Die spanische Verkehrsbehörde "Dirección General de Tráfico (DGT)" plant neue Einschränkungen für Navigations-Apps – mit möglichen Folgen auch für Autofahrer auf Mallorca. Im Fokus stehen dabei Funktionen, die in Echtzeit vor mobilen Radarkontrollen oder Polizeieinsätzen warnen. Ein entsprechendes Verbot ist zwar noch nicht offiziell beschlossen, gilt aber als wahrscheinlich.
Nach bisherigen Informationen sollen klassische Navigationsdienste weiterhin erlaubt bleiben. Auch Hinweise auf fest installierte Blitzer, deren Standorte öffentlich zugänglich sind, wären nicht betroffen. Ziel der Behörden ist es vielmehr, die gezielte Umgehung von Verkehrskontrollen zu erschweren.
Echtzeit-Meldungen im Fokus
Konkret richtet sich der geplante Eingriff gegen sogenannte Live-Funktionen in Apps wie Google Maps oder Waze. Nutzer können dort derzeit in Echtzeit melden, wo sich mobile Blitzer oder Polizeikontrollen befinden. Diese Hinweise verbreiten sich binnen Sekunden an andere Fahrer.
Aus Sicht der DGT untergräbt dieses System die Verkehrssicherheit. Kontrollen verlieren ihren präventiven Effekt, wenn Autofahrer nur punktuell abbremsen und danach wieder schneller fahren. Zudem wird kritisiert, dass das Melden solcher Hinweise häufig eine Bedienung des Smartphones während der Fahrt erfordert. Parallel geraten auch private Netzwerke stärker in den Blick. In Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Telegram werden Standorte von Kontrollen teils in Echtzeit geteilt. Die Behörden beobachten diese Praxis bereits.
Bußgelder und europäischer Vergleich
Schon heute drohen in Spanien bei der Nutzung von Radarwarnern Bußgelder von 200 Euro sowie drei Punkte im Fahreignungsregister. Noch deutlich teurer wird es bei sogenannten Störgeräten, die Messungen aktiv beeinflussen: Hier können Strafen von bis zu 6000 Euro verhängt werden.
Ein Blick nach Deutschland zeigt eine ähnliche Entwicklung. Dort ist die Nutzung von Blitzer-Apps während der Fahrt bereits untersagt. Wer dagegen verstößt, muss 75 Euro Bußgeld zahlen und erhält einen Punkt in Flensburg. Das Verbot gilt auch dann, wenn der Beifahrer die App bedient. Ein vollständiges Aus für Warnfunktionen ist in Spanien jedoch nicht geplant. Stattdessen orientiert sich die DGT an Regelungen wie in Frankreich. Dort dürfen Apps weiterhin vor möglichen Kontrollen warnen – allerdings nur in Form größerer Gefahrenzonen und ohne exakte Standortangaben.
Ziel ist es, den Überraschungseffekt von Kontrollen zu erhalten, ohne Navigationsdienste grundsätzlich einzuschränken. Gleichzeitig setzen die Behörden bereits auf kürzere und häufig wechselnde Kontrollen, um der schnellen Verbreitung von Warnmeldungen entgegenzuwirken. Für Urlauber auf Mallorca bedeutet das: Navigations-Apps bleiben zwar nutzbar, doch Echtzeit-Warnungen könnten bald der Vergangenheit angehören. Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Geldstrafen.