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Nach 16 Stunden Wartezeit im Ryanair-Jet: Polizei eskortiert Passagiere in Berlin aus Spanien-Flieger

Wegen Blitzeises war der Flugverkehr am Hauptstadtflughafen zum Erliegen gekommen. Reisende saßen stundenlang an Bord fest – und riefen dann sogar die Beamten zur Hilfe

Nichts ging mehr: Wegen Blitzeises waren in der vergangenen Woche am Berliner Flughafen BER teilweise keine Starts und Landungen möglich | Foto: Michael Bahlo/dpa

| Berlin, Deutschland |

Die winterlichen Wetterverhältnisse in Deutschland haben in der vergangenen Woche auch im Flugverkehr zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen geführt. Der Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg kam mehrere Tage hintereinander vollständig zum Erliegen, wegen Blitzeis waren teilweise weder Starts noch Landungen möglich. Auch Mallorca-Verbindungen waren davon betroffen gewesen, wie MM berichtete. Ein Fall stach dabei besonders hervor: Am Donnerstag, 5. Februar, haben Passagiere auf dem Weg ins spanische Málaga rund 16 Stunden an Bord eines Ryanair-Fliegers verharren müssen. Zum Schluss musste sogar die Polizei anrücken. Darüber berichtete die "Berliner Morgenpost" am Mittwoch.

Eine von der Extrem-Verspätung betroffene Familie hatte sich per Mail an die "Berliner Morgenpost" gewandt und von ihrer Odyssee berichtet. Deren Schilderungen zufolge müssen sich teils dramatische Szenen an Bord zugetragen haben. Auch Kinder und Ältere mussten stundenlang in dem Flieger warten, das Bordessen war ausverkauft und die Kommunikation seitens der Crew sei mangelhaft gewesen. Der Start der Ryanair-Maschine nach Spanien war an jenem Donnerstag um 6.10 Uhr geplant. "Nach dem Boarding, so berichten es die Reisenden, habe der Pilot die Passagiere informiert, dass der Flughafen aufgrund der Wetterlage bis 10 Uhr geschlossen sei", heißt es in dem Artikel.

Keine Informationen, Bordessen ausverkauft

Zwar sei der Flugbetrieb am Berliner Flughafen ab 10 Uhr teilweise wieder aufgenommen worden, "doch erhielt unser Flug zunächst keinen neuen Startslot", erzählen die Passagiere. "Gegen 11 Uhr durften wir das Flugzeug für 60 Minuten verlassen und wurden zurück ins Terminal gebracht. Zwar wurden Verpflegungsgutscheine ausgegeben, diese konnten aufgrund der kurzen Zeit und langer Warteschlangen jedoch nicht eingelöst werden." Dann wurde zuerst die Crew des Ryanair-Fliegers ausgetauscht und danach mussten alle Passagiere wieder an Bord.

Aber von einem Start in den sonnigen Süden ins spanische Málaga war man immer noch weit entfernt: "Während wir weiterhin im Flugzeug warteten, erhielten wir kaum Informationen zum weiteren Verlauf", kritisiert die Familie, die eigenen Angaben zufolge mit einem Kleinkind reiste. "Einige Passagiere wollten das Flugzeug verlassen und mussten dafür ein Dokument unterschreiben, dass dies auf eigenen Wunsch geschieht. Ab etwa 17 Uhr war ein Verlassen des Flugzeugs wegen Glätte nicht mehr möglich." Das Warten im Flugzeug sei also weitergegangen – unter erschwerten Bedingungen. "Am Nachmittag wurde zudem mitgeteilt, dass das Bordessen ausverkauft sei", schildern die Passagiere in der "Berliner Morgenpost".

Polizei holte Passagiere aus dem Flieger

Am Abend riefen dann die seit Stunden wartenden Reisenden aus dem Ryanair-Flieger die Polizei zur Hilfe. Das bestätigte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion des Berliner Flughafens auf Anfrage der MM-Redaktion. Es habe "telefonische Hinweise" gegeben von Passagieren, die die Maschine "auf eigenen Wunsch" verlassen wollten. Doch weil sich Reisende nicht alleine auf dem Rollfeld bewegen dürfen, haben die Beamten dann "bei der Rückabfertigung unterstützt", so die Sprecherin. Die Betroffenen seien ins Flughafengebäude begleitet worden.

Erst Stunden später – um 21.30 Uhr – sei dann die offizielle Mitteilung gekommen, dass der Ryanair-Flug nach Málaga an diesem Tag nicht mehr stattfinden werde. Alle hätten daraufhin das Flugzeug verlassen. "Insgesamt verbrachten wir – mit nur einer kurzen Unterbrechung – rund 16 Stunden im Flugzeug", fassen die Betroffenen in der "Berliner Morgenpost". Auf Anfrage der Redaktion verweist Ryanair auf die "unerwartete, zeitweise Schließung des Flughafens". Die stundenlange Wartezeit an Bord wird so gerechtfertigt: "Die Passagiere seien dann im Flugzeug geblieben, um einen Start der Maschine zu ermöglichen, sobald es einen freien Slot gibt", heißt es in dem Beitrag, sowie: "Das hat allerdings länger gedauert als zunächst erwartet, sodass sich der Flug über Nacht verzögerte".

Ein Recht auf Entschädigung hätten die Passagiere nicht, aber sie könnten sich entstandene Kosten, wie etwa Bewirtung und Hotelübernachtungen, erstatten lassen. Für die Urlauber ging es dann übrigens doch nach Málaga: Statt am Donnerstag, 5. Februar um 6.10 Uhr hob der Flieger dann erst am 6. Februar, um kurz vor 20 Uhr abends ab. "Für die Reisenden gingen allerdings fast zwei Urlaubstage verloren", so die Berliner Morgenpost.

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