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Fröhlicher Sturkopf: So tickt der neue mallorquinische Trainer von Eintracht Frankfurt

Albert Riera spielte in großen europäischen Vereinen und sammelte als Trainer bereits nationale Titel. Seit zehn Tagen soll er die Adler aus Hessen wieder an die Spitze führen

Albert Riera hat mit seiner russischen Ehefrau Julia Koroleva drei Kinder | Foto: Instagram (@11riera11)

| Frankfurt, Deutschland |

Internationalität, Individualität und ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis sind die herausragenden Attribute von Albert Riera. Der Mallorquiner ist seit 2. Februar Trainer der Herren-Profimannschaft des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Mit der Verpflichtung hat sich der hessische Verein eine spannende Persönlichkeit in seine Reihen geholt.

Albert Riera Ortega wurde am 15. April 1982 in Manacor geboren. Er begann seine fußballerische Laufbahn in einem Verein seiner Heimatstadt, ehe er nach der Ausbildung in Jugendmannschaften des RCD Mallorca schließlich dessen Profimannschaft angehörte. 2003 war er mit dem Sieg der Copa del Rey am größten Erfolg der Klubgeschichte beteiligt. Es folgten Stationen als Spieler bei Girondins Bordeaux in Frankreich, bei Espanyol Barcelona, bei Manchester City, dem FC Liverpool und dem FC Watford in England. Darüber hinaus stand Riera bei Olympiakos Piräus in Griechenland, Galatasaray Istanbul in der Türkei, Udinese Calcio in Italien sowie bei zwei slowenischen Vereinen unter Vertrag.

Riera gilt als Trainer, der druckvollen Fußball spielen lässt. Foto: Hugo Delgado

Nach seiner aktiven Zeit übte sich Riera als Co-Trainer bei Galatasaray, bevor er bei zwei slowenischen Mannschaften und bei Girondins Bordeaux hauptverantwortlich tätig wurde. Der Mallorquiner spricht neben dem Insel-Dialekt und Kastilisch zwei weitere Sprachen, Englisch und Französisch, und ist mit einer Russin verheiratet.

Während seiner nunmehr 26 Jahre im Fußballgeschäft bewies Riera hin und wieder seinen eigenen Kopf: So wurde er 2010 in seiner Anstellung bei Liverpool suspendiert, nachdem er den Trainer kritisiert hatte. Zwei Jahre später prügelte sich Riera in Diensten von Galatasaray mit einem Mitspieler und 2014 wurde er in Udine entlassen, nachdem er an einem Poker-Turnier teilgenommen hatte, anstatt sich für ein Spiel des Klubs zu melden. Ein Jahr später schließlich, wieder bei RCD Mallorca unter Vertrag, erklärte Riera, nicht mehr für das Team zu spielen, solange der seinerzeitige Trainer im Amt sein würde. "Ich will und kann nicht jedem gefallen, das ist normal", sagte der Manacorí bei seiner Präsentation als Eintracht-Trainer. "Bevor ich schlafen gehe, möchte ich sagen können, dass ich es auf meine Art gemacht habe. Vielleicht habe ich verloren, aber ich habe es auf meine Art gemacht. Ich habe meine eigene Arbeitsmethode."

Tatsächlich ist diese selbstbewusste Unabhängigkeit normal für Widder. Gleichzeitig wird Menschen mit diesem Sternzeichen eine praktische Effizienz und ein bodenständiger Ansatz nachgesagt. Gepaart mit einer großen Portion Intuitivität, Charme und Diplomatie sind die Erfolge von Riera als Trainer von Olimpija Ljubljana und von NK Celje demnach nur logisch, mit denen er sowohl die slowenische Meisterschaft gewann als auch den Landespokal.

Als Spieler durchlief Riera die Jugendmannschaften des RCD Mallorca, für den er zuletzt 2015 aktiv war. Foto: Archiv

Beim Kennenlernen der Eintracht-Spieler und -mitarbeiter zeigte sich Riera gemäß seiner Astronomie optimistisch und verbreitete positive Stimmung. "Für mich ist es am wichtigsten, dass ihr jeden Tag mit Vorfreude zur Arbeit kommt. Das verbindet mich mit euch." Riera wiederholte immer wieder die Notwendigkeit, glücklich zu sein, um gut zu arbeiten.

Rieras fröhliches Gemüt zeigte sich auch in einer scherzhaft gemeinten Aussage direkt nach der Ankunft in Frankfurt: "Das ist kein Mallorca-Wetter. Aber wir werden in dieser Saison oft gewinnen und dann im Sommer auf die Insel fliegen." Die bedeute für den 43-Jährigen nach wie vor Heimat und sei immer noch sein liebstes Reiseziel.

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