Eine aktuelle Studie enthüllt, dass 39,5 Prozent der auf Mallorca angebotenen Ferienwohnungen illegal betrieben werden. Laut Marcial Rodríguez, dem Tourismusdezernenten des Inselrats von Mallorca, sind 7978 Unterkünfte nicht in den offiziellen Registern eingetragen. Diese könnten insgesamt etwa 42.342 Übernachtungsplätze ausmachen, die sich der behördlichen Kontrolle entziehen.
Die Ergebnisse basieren auf einer umfassenden wissenschaftlichen Analyse, bei der über einen Zeitraum von zwölf Monaten, von Juli letzten Jahres bis Juni dieses Jahres, 400.000 Anzeigen untersucht und zehn Millionen Datenpunkte ausgewertet wurden. Rodríguez betonte in einer Pressekonferenz, dass die Studie erstmals "eine Röntgenaufnahme" der Situation auf Mallorca liefert. Die Daten zeigen, dass vier von zehn auf der Insel beworbenen Immobilien illegal vermietet werden.
Der Minister hob hervor, dass bereits gegen viele der illegalen Unterkünfte vorgegangen wurde und einige aus dem Markt genommen werden konnten. Andere befinden sich noch in Überprüfung oder im Verfahren, was sich als arbeitsintensiver Prozess erweist. Der Inselrat hat seit Beginn der Legislaturperiode einen Plan zur Bekämpfung des illegalen Angebots initiiert und arbeitet dabei auch mit den Vermarktungsplattformen zusammen.
Engagement für mehr Lebensqualität
Rodríguez bekräftigte das Engagement des Inselrats, gegen das illegale Angebot vorzugehen, das "im Verborgenen operiert, den Wohnungsmarkt unter Druck setzt und die Dienstleistungen überlastet". Das Hauptziel sei es, abschreckend zu wirken, um das Zusammenleben auf der Insel zu verbessern.
Die hohe Zahl an illegalen Ferienwohnungen hat spürbare Folgen für die Bewohner Mallorcas. Unter anderem führt die erhöhte touristische Nachfrage in den betroffenen Gebieten zu einer Überlastung der Infrastruktur. Straßen, öffentliche Einrichtungen und Versorgungssysteme stoßen an ihre Grenzen, was die Lebensqualität der Anwohner beeinträchtigt. Eine Regulierung des Ferienwohnungsmarktes ist daher nicht nur aus rechtlicher, sondern auch aus sozialer und ökologischer Sicht dringend notwendig.