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"Erheblicher wirtschaftlicher Schaden": Deutsches Luxushotel auf Mallorca wehrt sich gegen angebliche Iran-Verbindungen

Viele Urlaube seinen storniert worden – nach Booking.com hat auch die Plattform Expedia das Resort für Buchungen gesperrt. Das sagen die Betreiber

Camp de Mar ist ein belieber Urlaubsort im Südwesten Mallorcas. (Symbolbild) | Foto: T. DIEZ

| Camp de Mar, Mallorca |

Das Steigenberger Camp de Mar auf Mallorca wehrt sich jetzt massiv gegen die angeblichen Iran-Verbindungen des Luxushotels. In einem Statement haben sich die Betreiber erneut zu den Vorwürfen geäußert, man stehe in "keinerlei Verbindung" zu dem iranischen Banker Ali Ansari und sei "in dieser Angelegenheit weder involviert noch informiert". Ende Januar hatte zuerst die "Financal Times" berichtet, das Luxusresort im Südwesten der Insel gehöre dem iranischen Geschäftsmann. Dieser wird von den britischen Behörden beschuldigt, die berüchtigte Revolutionsgarde des islamistischen Mullah-Regimes in Teheran seit vielen Jahren mitzufinanzieren.

Infolgedessen war das Steigenberger Camp de Mar zuerst seitens der Buchungsplattform Booking.com gesperrt worden. Nun sei auch die Seite Expedia nachgezogen, geben die Betreiber des Luxusresorts in der Pressemitteilung bekannt. So sind Aufenthalte nicht mehr über die beiden großen Plattformen buchbar, und auch "bestehende Reservierungen" seien "ohne unser Wissen und ohne unsere Zustimmung" storniert worden, beklagt das Hotel. Unter Gästen und Geschäftspartnern gebe es "erhebliche Verunsicherung", die zu einem "erheblichen wirtschaftlichen Schaden" geführt habe.

"Klassisches Pachtverhältnis"

Zudem stellt die Hotelleitung noch einmal das "klassische Vermieter-/Mieter- bzw. Pachtverhältnis" klar: "Unser Verpächter ist die spanische Gesellschaft Royal Hotel Camp de Mar S.A., die zur in Köln ansässigen Hotel Camp de Mar GmbH & Co. KG gehört. Das Vertragsverhältnis beschränkt sich ausschließlich auf ein langfristiges Pachtverhältnis. Darüberhinausgehende Kenntnisse oder Einbindungen in die aktuell veröffentlichten Sachverhalte liegen uns nicht vor und können von uns daher auch nicht bewertet werden. Der Verpächter hat uns erneut ausdrücklich versichert und aufgezeigt, dass Herr Ali Ansari nicht Gesellschafter des Verpächters ist."

Das deutsche Luxushotel im Südwesten Mallorcas sei weiterhin ganz normal geöffnet, der laufende Hotelbetrieb sei nicht von den Vorwürfen betroffen, heißt es in dem Statement: "Für unsere Gäste, Geschäftspartner und Mitarbeitenden ergeben sich keinerlei Einschränkungen oder Veränderungen. Unser Hotel steht weiterhin für höchste Servicequalität, Professionalität und ein herzliches Willkommen auf Mallorca."

Anteile auch an Skihotel in Österreich

Ende Januar hatte zuerst die "Financal Times" über die Vorwürfe berichtet. Die Nachverfolgung der Offshore-Konten des iranischen Bankers Ali Ansari zeigt laut "Financial Times", dass er über verschiedene spanische und deutsche Gesellschaften Eigentümer des Steigenberger Camp de Mar auf Mallorca ist, dessen Wert auf 22 Millionen Euro geschätzt wird. Auf der Insel gilt dieses als eine der exklusivsten Adressen, das auch viele deutsche Prominente, Unternehmer und Politiker nutzen. Es liegt nur wenige Meter vom Meer sowie dem Golfplatz von Andratx entfernt.

Zudem soll der iranische Geschäftsmann auch Anteile an einem Luxus-Skiresort in den österreichischen Alpen, dem Schlosshotel Kitzbühel, halten. In Deutschland ist er angeblich Eigentümer von zwei Hotels: dem Hilton Frankfurt City Centre und dem Hilton Frankfurt Gravenbruch, die von seinen niederländischen und deutschen Muttergesellschaften jeweils mit rund 80 Millionen Euro bewertet werden. Alle diese Luxushotels sind bereits von dem Buchungsportal Booking.com entfernt worden. Darüber hinaus soll Ansari über Zweckgesellschaften ein Einkaufszentrum, das Bero Oberhausen, besitzen. Dessen Wert wird auf 68 Millionen Euro geschätzt.

Der iranische Banker soll die Revolutionsgarden des Landes finanziert haben, die britische Regierung hat ihn deshalb unter Sanktionen gestellt, berichtete die FAZ am Anfang dieser Woche: "In der EU wurde die Islamische Revolutionsgarde IRGC vor einer Woche als Terrororganisation eingestuft."

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