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Weiße Haie im Mittelmeer in Gefahr – Alarmierende Funde vor Mallorca

Überfischung, illegale Fangmethoden und menschlicher Einfluss gefährden die Populationen von Meeresräubern und Rochen im Mittelmeer – Wissenschaftler fordern dringend Schutzmaßnahmen

Gefährdete Meeresräuber: Weißer Hai im Mittelmeer vor den Balearen | Foto: Majorca Daily Bulletin

| | Mallorca | |

Mallorca steht erneut im Fokus der Sorge um die großen Weißen Haie im Mittelmeer. Forscher warnen, dass diese beeindruckenden Spitzenprädatoren, die für die Gesundheit der Meere entscheidend sind, aktuell von einer beispiellosen Aussterbegefahr bedroht sind. Wie die englischsprachige MM-Schwesterzeitung Majorca Daily Bulletin schrieb, sind vor allem menschliche Aktivitäten Schuld daran: unkontrollierte Überfischung und weit verbreitete illegale Fischereipraktiken dezimieren die Meeresfauna und verfangen die Haie oft unbeabsichtigt in ihren Netzen.

Das ohnehin unter Stress stehende Ökosystem des Mittelmeers könnte durch das Verschwinden der Weißen Haie gravierende Ungleichgewichte erleiden. Doch nicht nur sie sind betroffen: Fast alle Hai- und Rochenarten auf den Balearen sind bedroht. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Population der Elasmobranchen im westlichen Mittelmeer um mehr als 90 Prozent gesunken. Von den 56 auf den Inseln registrierten Haifischen gelten 34 als gefährdet, 17 sind bereits vom Aussterben bedroht oder in der Balearensee ausgestorben.

34 von rund 56 Haiarten rund um die Balearen sind bedroht

Der Rückgang ist vor allem auf den massiven Fischereidruck zurückzuführen, der besonders große Meeresräuber trifft. Hinzu kommen jahrzehntelange Vernachlässigung und ein schlechter Ruf der Haie, bevor ihre Schlüsselrolle im Nahrungssystem und im Gleichgewicht der Meeresökosysteme erkannt wurde.

Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel liefert ein Vorfall Ende August: Am Stadtstrand von Palma wurde ein toter, riesiger Hai angespült. Das 4,07 Meter lange Tier wurde am Freitag, dem 29. August, von Schaulustigen entdeckt und anschließend von Experten der "Fundación Palma Aquarium" geborgen. Bei ersten Untersuchungen identifizierten Fachleute den Hai als weiblichen Grauhai (Hexanchus griseus), auch Stumpfnasen-Sechskiemerhai genannt. Diese Art zählt zu den größten in den Mittelmeergewässern lebenden Haien. Der Fund unterstrich erneut die Verletzlichkeit selbst großer und geschützter Haiarten und befeuerte die Debatte um strengere Schutzmaßnahmen in den balearischen Gewässern.

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