Nach den stürmischen Tagen auf Mallorca ist erneut ein Boot an der Küste gestrandet. Eine etwa zwölf Meter lange Segelyacht lief in der Gegend von Sa Ferradura zwischen Bonaire und der Bucht von S’Illot de la Victòria im Norden der Insel auf Grund. Das Boot wurde nach Angaben von Umweltaktivisten während des Sturms am vergangenen Donnerstag von den Wellen erfasst und quer durch die Bucht von Pollença getrieben, bis es schließlich an den Felsen vor der Küste von Alcúdia festkam.
Illegale Festmachung als Ursache vermutet
Nach Einschätzung der Organisation Arrels Marines lag die Yacht zuvor illegal außerhalb des Hafens von Pollença an einem nicht genehmigten Ankerplatz. Vermutlich war sie dort lediglich an einer Boje festgemacht. Für ein rund 40 Fuß langes Boot gilt das unter erfahrenen Skippern als riskant und dumm – bei angekündigten Stürmen gehören Yachten dieser Größe in einen sicheren Liegeplatz im Hafen oder ins Trockendock. Entsprechend sprechen Beobachter von Leichtsinn oder grober Fehleinschätzung des Eigners.
Es ist bereits die zweite Strandung innerhalb kurzer Zeit infolge der stürmischen Wetterlage rund um Mallorca. Erst vor wenigen Wochen war die deutsche Hochseeyacht „Acoa“ unter ähnlichen Umständen an der Küste havariert und sorgt aufgrund der immer noch ausstehenden Bergung für Schlagzeilen. Der erneute Vorfall unterstreicht nach Ansicht von Umweltorganisationen die Risiken unkontrollierter Ankerplätze.
Arrels Marines forderte die Behörden auf, rasch einzugreifen, damit die Überreste der Segelyacht nicht auf dem Meeresgrund verstreut werden. In der Nähe war bereits im vergangenen Jahr ein anderes Boot gesunken, nachdem es monatelang verrottet war, ohne entfernt zu werden – trotz wiederholter Beschwerden.
Gemeinden für Bergung oft selbst zuständig
Die örtliche Polizei von Alcúdia versucht derzeit, die Eigentümer der gestrandeten Yacht zu ermitteln. Grundsätzlich sind diese für die Bergung verantwortlich. Können sie nicht ausfindig gemacht werden, müssen Behörden oder Gemeinden einspringen. Dann drohen hohe Kosten: Die Gemeinde Pollença zahlte 2025 fast 50.000 Euro für die Bergung von drei gesunkenen oder halb gesunkenen Booten im Hafenbereich von Port de Pollença.
Auch in Alcúdia könnte ein ähnliches Szenario drohen. Der stellvertretende Bürgermeister Juan Sendín erklärte, sollte die Küstenbehörde nicht tätig werden, müsse die Stadtverwaltung das Wrack entfernen lassen. Die Kosten könnten sich auf bis zu 30.000 Euro belaufen. „Es handelt sich um ein im Sommer beliebtes Badegebiet. Das Boot kann dort nicht liegen bleiben“, sagte Sendín.