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Lust auf Ruhe am Meer? Hier finden Sie traumhafte felsige Küstenabschnitte auf Mallorca

Felsige Badestellen sind eine willkommene Alternative für Leute, die genug haben von überlaufenen Küstenabschnitten – oder die keinen Sand zwischen den Zehen mögen. Gleichzeitig lernt man die Insel von einer ganz anderen Seite kennen

Viel zu entdecken gibt es an steinigen Stränden

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Wie vielfältig Mallorcas Küste ist, kann man gut auf der Punta de n’Amer im Inselosten beobachten. Während sich links und rechts kilometerweit die Sandstrände von Sa Coma und Cala Millor erstrecken, gehört die Halbinsel selbst zu den felsigen Küstenabschnitten Mallorcas. In Jahrmillionen haben Wind und Wellen hier das Kalkgestein geformt und scharfe Kanten, tiefe Mulden, Höhlen, Klippen hinterlassen. Im Gegensatz zu den benachbarten Sandstränden, wo man bequem liegt und ganz entspannt ins Wasser waten kann, ist das Baden auf der Punta de n’Amer ein echtes Abenteuer. Nur langsam geht es voran durch das zerklüftete Gelände bis hinab ans Wasser. Dafür ist es ein ganz besonderes Erlebnis, sich an den Felsen im Wasser treiben zu lassen. Zumal hier viel weniger Gedränge herrscht, als in den Touristenorten nebenan.

Das ist einer der Hauptvorteile felsiger Küstenabschnitte: Sie sind in der Regel weniger überfüllt, auch, weil man meist ein Stück weit laufen muss bis ans Ziel. Das gilt etwa für den Strand von Coll Baix auf der La-Victòria-Halbinsel in Alcúdia. Die Anfahrt führt über einen zunehmend holprigen Waldweg am Museu Sa Bassa Blanca vorüber. Das letzte Stück von der Wanderhütte am Coll Baix geht es durch Kiefernwald hinunter an die Küste. Dort muss man dann noch ein paar Felsen überwinden, bevor der Strand erreicht ist, der über und über mit feinem Kies bedeckt ist. Gleich nebenan ragt der 446 Meter hohe Talaia d’Alcúdia in die Höhe.

Auf der anderen Seite des Berges, ebenfalls auf der La-Victòria-Halbinsel, befindet sich der Kiesstrand von s’Illot, benannt nach einer kleinen, vorgelagerten Insel. Hier ist im Sommer allerdings sehr viel los, weil man per Auto direkt an den Strand gelangt. Parkplätze sind aber rar. Die Straße führt hinauf zur ehemaligen Einsiedelei Ermita de la Victòria. Die oberhalb des Strandes auf den Klippen gelegene Bar ist ein beliebtes Ausflugslokal, außerdem liegt eine Jugendherberge in unmittelbarer Nähe. Die Bucht ist gut zum Schnorcheln geeignet.

Ein paar Kilometer weiter, am anderen Ende der Bucht von Pollença, befindet sich eine der einsamsten Badestellen der Insel, die felsige Cala Bòquer. Hierher gelangt man nur nach einem etwa 40-minütigen Fußmarsch. Die 2,5 Kilometer zurückzulegen, ist bei hochsommerlichen Temperaturen durchaus eine sportliche Herausforderung, zumal es unterwegs kaum Schatten gibt – ebenso wenig wie in der Bucht selbst. Imposant ragen dort die Felswände der umliegenden Berge in die Höhe. Ausgeschildert ist der Weg ganz am Ende der Avinguda de Bocchoris am Rande von Port de Pollença, wo es auch einen Parkplatz gibt.

Wie diese sind praktisch alle Badestellen an der Tramuntanaküste felsig. Zu den Ausnahmen gehören Port de Sóller, Sant Elm und Andratx. In allen anderen Küstenorten – Sa Calobra, Deià, Valldemossa, Estellencs, Banyabulfar – trifft man in den Buchten auf Kies und Fels. So etwa in dem winzigen Naturhafen Caló de s’Estaca, einer der kuriosesten Badestellen auf der ganzen Insel. Auch hierhin gelangt man nur zu Fuß. Kurz vor Kilometer vier der Serpentinenstraße nach Port de Valldemossa beginnt rechts der Weg, der durch Olivenhaine, Kiefern- und Eichenwald am Landgut s’Estaca vorbei führt, das dem US-Schauspieler Michael Douglas gehört. Anschließend geht es in steilen Serpentinen bergab. Kurz vor der Bucht stehen etwa ein Dutzend alte Fischerhütten, die heute als Sommer- und Wochenendhäuschen dienen.

Ein paar Kilometer weiter die Tramuntanaküste entlang liegt Port des Canonge bei Esporles, wo rötlich gefärbter Buntsandstein an die Oberfläche tritt. Man kann hier entweder mitten im Ort an den Bootshäusern ins Meer gehen, oder aber der Küste ein paar hundert Meter weit in Richtung Banyalbufar folgen. Dort befindet sich der Kiesstrand Platja de Son Bunyola, wo meist etwas weniger los ist. In Port des Canonge gibt es mehrere auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisierte Restaurants.

Am Südzipfel der Tramuntana liegt Sant Elm. Der kleine Fischerort ist auch wegen seines Sandstrandes ein beliebtes Ausflugsziel. Wer von dort der Küste durch den Ort folgt, gelangt nach einigen hundert Metern an die felsige Cala s’Algar. Über eine Treppe gelangt man hier bequem ans Wasser. Wie zum Greifen nah liegt die vorgelagerte Insel Sa Dragonera. Vom Hafen des Ortes aus fahren mehrmals täglich Boote dorthin.

Interessante Ecken bei Peguera

Ein paar Kilometer weiter in Richtung Palma liegt Peguera, dessen Palmira-Strand zu den beliebtesten Küstenabschnitten im Südwesten der Insel gehört. Während man dort Sand vorfindet, liegt nur einen kleinen Fußmarsch entfernt die kleine, hübsche Kiesbucht Caló d’en Monjo. Von Cala Fornells aus führt ein Waldweg in Richtung Cap Andritxol. Über die beliebte Wanderroute geht es in etwa 15 bis 20 Minuten zu der geschützt gelegenen Badebucht, die auch bei Anhängern des Nacktbadens beliebt ist.

Eine besonders ungewöhnliche Badestelle gibt es am Rande des El-Toro-Naturschutzgebietes in Calvià. Ganz am Ende der gleichnamigen Neubausiedlung führen ein Trampelpfad und eine schmale Treppe die Klippe hinunter zu einem alten Steinbruch. Die Vertiefungen, wo einst die Felsblöcke aus der Klippe gebrochen wurden, dienen heute als Schwimmbecken. Auch Angler kommen gerne hierher.

In Richtung Palma häufen sich nun die felsigen Badestellen, die oft nur schwer zu finden sind und daher unter Einheimischen als Geheimtipps gelten. Dazu gehört etwa die Punta Negra bei Son Caliu, eine kleine Halbinsel, die direkt neben dem Mardavall-Hotel liegt. Dort gibt es zwei Strände, der eine ist mit Sand bedeckt, der andere besteht aus Kies. Von den umliegenden Felsen springen Mutige gerne ins Wasser.

Die abgesehen von der Tramuntana spektakulärste Steilküste liegt östlich von Palma auf dem Gemeindegebiet von Llucmajor. Dort ragt der Fels teilweise senkrecht dutzende Meter in die Höhe. An einigen Stellen aber ist es möglich, bis hinunter ans Wasser zu gelangen, so etwa bei den Neubausiedlungen Maioris Décima und Puigderrós. Eine Küstenstraße führt hinunter zum Mhares Beachclub. Mittlerweile ist auch dieser Küstenabschnitt so populär geworden, dass man hier kaum noch einen Parkplatz findet. Auch hier gab es einst mehrere Steinbrüche, in denen Marés abgebaut wurde, der lange Zeit wichtigste Bau-stoff der Insel, der von hier direkt verschifft werden konnte. Übrig sind davon kuriose Steinformationen mit Winkeln, Treppen und Schrägen. Auch hier zeigt sich noch einmal, wie vielfältig Mallorcas Küste ist.

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