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Miquela Cintes: Kastration für das Tierwohl

Die neue Folge der Video-Serie der deutschen Fernsehjournalistin Sibylle Tiessen handelt von einer Tierärztin aus Porreres, die sich ehrenamtlich um wilde Katzen kümmert

Teil 33 der MM-Videoserie "Die Mallorquiner" der deutschen Fernsehjournalistin Sibylle Tiessen. Präsentiert von TUI. (7:52) | Video: Youtube: Mallorca Magazin TV

| Porreres, Mallorca |

Die Umsetzung des nationalen Tierschutzgesetzes von 2023 war in der zurückliegenden Woche Thema eines Treffens zwischen dem regionalen Umweltministerium und den Gemeinden der Balearen. Diskutiert wurde insbesondere die Kontrolle der zunehmenden Zahl von wilden Katzen und deren Sterilisierung. Eine, die tagtäglich mit dem Thema zu tun hat, ist Miquela Cintes. Die Veterinärin und Tierschützerin ist die Protagonistin der neuen Episode der Video-Serie "Die Mallorquiner" der deutschen Fernsehjournalistin Sibylle Tiessen.

Unter einer Katzenkolonie versteht man eine Gruppe von Katzen, die in Freiheit oder Halbfreiheit leben, wenig oder gar nicht sozialisiert sind und teilweise vom Menschen abhängig sind, um zu überleben. Nach den neuesten Angaben des Ministeriums gibt es auf den Balearen 1759 registrierte Katzenkolonien, obwohl es laut Fernando Fernández, Generaldirektor für Landwirtschaft, real "viel mehr" sind. Das Tierschutzgesetz von 2023 überträgt den lokalen Behörden die Zuständigkeit für die Verwaltung dieser Katzenkolonien, aber die Balearen-Regierung leistet Unterstützung.

In ihrer Praxis in Porreres kümmert sich die Veterinärin Miquela Cintes um Tiere aller Art, besonders Katzen. Fotos: Nova Producciones

Die kommt auch von Miquela Cintes aus Porreres. Die Tierärztin eröffnete 2018 eine kleine Praxis in dem Dorf im Inselinneren und gründete im gleichen Jahr die Tierschutzorganisation "Amics d’en Roc i na Bet". Diese ist einer der Vereine, die gewöhnlicherweise die Kastration streunender Katzen bezahlen und durchführen, wobei seit diesem Jahr auch die Kommunen bei der Finanzierung unterstützen, so Cintes. Trotzdem sind die Organisationen immer noch auf staatliche Zuschüsse angewiesen.

"Die Kastration der Koloniekatzen ist entscheidend", sagt Miquela Cintes, um die Population zu regulieren. Politiker Fernández erklärte, dass man erst dann von kontrollierten Kolonien sprechen könne, wenn mehr als 90 Prozent der wilden Katzen sterilisiert sind. Daher sei es das erste Ziel des Ministeriums, dass mindestens 50 Prozent der Katzen in den Kolonien diesem Eingriff unterzogen werden. Laut einer Information, die bei der Veranstaltung im Sitz des Balearischen Verbandes der lokalen Behörden (FELIB) geteilt wurde, führen bisher 26 der 53 Gemeinden auf Mallorca aktiv diese Maßnahme durch.

In Porreres gibt es sieben vom Rathaus anerkannte Katzenkolonien, die von Freiwilligen betreut werden.

Cintes bemerkt, dass die Kastration im Alter von sechs Monaten gesetzlich vorgeschrieben ist, gemeinsam mit dem Einsetzen eines Mikrochips zur Nachverfolgung. "Der Eingriff dauert fünf bis zehn Minuten und das Tier kann am selben Tag wieder frei herumlaufen", klärt die junge Frau mit einem Abschluss in Tiermedizin auf. "Die Kosten belaufen sich auf 100 bis 150 Euro bei weiblichen Katzen und 70 bis 100 Euro bei Katern." Auf ihrer Facebook-Seite beschreibt "Amics d'en Roc i na Bet" die Sterilisierung als Schritt zu tierischem Wohlergehen.

In Porreres, Cintes Heimat- und Arbeitsort, gibt es sieben offiziell vom Rathaus anerkannte Katzenkolonien. Dort kümmern sich von der Gemeindeverwaltung autorisierte Freiwillige um die Fütterung und Pflege der Katzen. Sie benachrichtigen die Tierschutzorganisation über neu hinzugekommene Katzen, damit diese kastriert und gegen Flöhe und Zecken behandelt werden können. "Dank der Freiwilligen sind die Katzen versorgt", betont die Tierfreundin.

Die Umsiedlungsstation in Vilafranca verfügt über kleinere Käfige zur Eingewöhnung sowie ein Gehege mit Unterständen, einem Futter- und einem Ruheplatz.

Mit Begeisterung spricht Cintes von einer Umsiedlungsstation für wild lebende Katzen in der Nachbargemeinde Vilafranca, die von der dortigen Gemeindeverwaltung errichtet wurde. Nach ihrer Ankunft gewöhnen sich die Tiere in kleineren Käfigen an die neue Umgebung, bevor sie in das größere Freiganggehege mit Unterständen, einem Futterplatz und einem Ruheplatz umziehen, wo sie im Sommer Schatten und im Winter Schutz vor Regen finden. "So etwas wollen wir auch in Porreres", wünscht sich die Mallorquinerin.

"Tiere sind mein Leben und bedeuten mir einfach alles", sagt Miquela Cintes, die an mehr Empathie gegenüber anderen Lebewesen appelliert. Tiere hätten Gefühle und sie hoffe, "dass die Menschen verantwortungsbewusster werden und verstehen, dass die Entscheidung für ein Tier in guten und in schlechten Zeiten Bestand haben muss."

Die Tierschutzorganisation "Amics d'en Roc i na Bet" vermittelt auch Katzen und Hunde zur Adoption. Interessenten können über aarocibet@gmail.com oder über die Social-Media-Kanäle des Vereins (Instagram: @amicsrocibet, Facebook: Amics d'en Roc i na Bet) Kontakt aufnehmen. Parallel dazu freut sich die Organisation über Spenden auf folgendes Konto: ES86 2056 0011 8221 3493 3627.

Kooperation mit TUI

Unterstützung aus der Touristikbranche: Gesponsert wird das Video-Projekt von Europas führendem Touristikkonzern TUI und seiner TUI Care Foundation. Gegründet wurde die Initiative 2016 mit dem Ziel, in den Destinationen nachhaltige Projekte zu unterstützen. Dabei setzt die Stiftung auf das Potenzial des Tourismussektors als Motor für gesellschaftliche Entwicklung, Bildung und Wohlstand. Der Konzern fördert dabei nachhaltigen Tourismus in Zusammenarbeit mit Einheimischen.

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